Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit der Drosselung ihrer Ölproduktion begonnen, wie Bloomberg berichtet. Die Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) teilte demnach mit, ihre Offshore-Ölproduktion anzupassen, um den Speicherbedarf zu steuern. Die Kuwait Petroleum Corporation (KPC) senkte die Förderungen in seinen Ölfeldern und Raffinerien nach „iranischen Drohungen gegen die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus“, hieß es.
Wegen des Iran-Kriegs ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den Öltransport, weitgehend blockiert. In einer Mitteilung, die von Reuters und Bloomberg eingesehen werden konnte, erklärte die KPC Force Majeure – eine rechtliche Klausel, die es einem Unternehmen erlaubt, vertragliche Lieferverpflichtungen aufgrund außergewöhnlicher Umstände nicht zu erfüllen.
Ölproduktion in Kuwait: Weitere Kürzung möglich
Kuwait kürzt die Ölproduktion zunächst um 100.000 Barrel am Tag, berichtete Bloomberg am Samstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle. Allerdings könne sich diese Menge am Sonntag um das Dreifache erhöhen, hieß es. Demnach sollen schrittweise weitere Reduzierungen erfolgen, je nach Lagerbeständen und der Situation in der Straße von Hormus.
KPC ist laut Reuters ein bedeutender Exporteur von Naphta nach Asien – ein wichtiger Rohstoff für petrochemische Produktion – sowie ein wichtiger Exporteur von Flugzeugtreibstoff nach Nordwesteuropa. Im Februar produzierte Kuwait dem Bericht zufolge rund 2,6 Millionen Barrel Rohöl pro Tag.
Die VAE, mit über 3,5 Millionen Barrel pro Tag drittgrößter OPEC-Produzent, greifen laut Bloomberg auch auf Exportkapazitäten zurück, die die Straße von Hormus umgehen. Dazu zählt etwa eine Pipeline mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Barrel pro Tag, die Öl an der Meerenge vorbei zum Hafen Fujairah an der Westküste leitet. Der Landtransport laufe normal weiter, so Adnoc.
Energiepreise: Italien prüft Maßnahmen
Der Irak hatte bereits Anfang der Woche begonnen, seine Förderung zu drosseln, da die Lagertanks vollliefen. Katar stellte die Produktion in der weltweit größten Anlage für Flüssigerdgas (LNG) nach einem Drohnenangriff zunächst ein. Analysten gehen laut Reuters davon aus, dass auch Saudi-Arabien und die VAE bald zu weiteren Kürzungen gezwungen sein werden, wenn ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind.
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs erreichen auch Europa. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte laut Reuters, die Regierung prüfe die Aktivierung sogenannter „mobiler Verbrauchssteuern“. Dieser Mechanismus erlaubt es dem Staat, zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen, die durch höhere Kraftstoffpreise entstehen, zur Senkung der festen Verbrauchssteuern auf Benzin und Diesel zu verwenden. Die Prüfung laufe seit mehreren Tagen im Wirtschaftsministerium.
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