Entwürfe für Wasserstadt-Quartier Haveleck vorgestellt

Zurückgeschraubte Landesplanung läßt mehr Raum für Wohneigentum

Paul Rainald
3 Min

Die Wasserstadt wächst weiter. Die zuständigen Senatsverwaltungen, Bezirksamt und die Wasserstadt GmbH haben nun auch für das Quartier Haveleck einen Architekten-Entwurf ausgewählt. Am Ostufer der Havel sollen auf dem Gelände des ehemaligen Öllagers in den nächsten Jahren 1 500 Wohnungen, 160 Reihenhäuser und 50 Doppelhäuser entstehen.Der Entwurf des Architektenbüros "Ortner & Ortner Baukunst" setzte sich gegen sieben andere Konzepte durch. Für die Wasserstadt GmbH war es wichtig, diesmal von Anfang an private Investoren zu beteiligen. Denn schließlich hatte der Senat angesichts leerer Kassen die Bebauung des Havelecks auf das Jahr 2010 verschoben. Jetzt setzen die Wasserstadtplaner auf den freifinanzierten Wohnungsbau und wollen möglichst ohne Fördermittel auskommen.Gerade weil die Planungen für die Wasserstadt nach und nach zurückgeschraubt wurden und jetzt über 1 000 Wohnungen weniger geplant sind, entstand Platz für Reihenhäuser. Sie sind am östlichen Rand des Gebiets, in Richtung der Kleingartenkolonien, angesiedelt. In der Mitte der 26 Hektar großen Neubaufläche ist ein 250 Meter langer Park vorgesehen, an den sogenannte Stadtvillen angrenzen."Für uns als Bezirk war es wichtig, daß freier Zugang zum Wasser für möglichst viele möglich wird", sagt Baustadtrat Thomas Scheunemann (SPD). Mit dieser Forderung setzte sich Spandau durch.Planungsabschluß: NovemberAm Wasser sehen die Planer jetzt eine Fußgängerpromenade vor, an der auch der zentrale Platz des Quartiers liegt. Direkt davor befindet sich die Anlegestelle für Wassersportler. Die an die Havel angrenzenden sieben Wohnblöcke mit Innenhof sind terrassenförmig gebaut, werden im Osten von der neuen Daumstraße abgeschlossen. Hier sollen Geschäfte liegen. Die Planungen könnten schon im November abgeschlossen sein.Der Geschäftsführer der Wasserstadt GmbH Uli Hellweg bezeichnet den Architekten-Entwurf als "sehr intelligentes, dem Ort angepaßtes Konzept". Er hofft nun, daß einige der zehn am Workshop-Verfahren beteiligten Investoren weiter am Bau des Haveleck-Quartiers interessiert sind. Noch ist auch die Finanzierung der beiden Kitas mit Plätzen für je 120 Kinder nicht geklärt. Hellweg und das Bezirksamt setzen darauf, daß die Investoren große Teile der Erschließungskosten und der Kosten für die sozialen Einrichtungen übernehmen.Umstritten ist die Verkehrsanbindung. Alte Haselhorster und neue Anwohner fürchten Autoströme quer durch ihre Wohnviertel. In der BVV am Mittwoch wollte die CDU wissen, ob südlich des Quartiers Haveleck bereits eine provisorische Straße von der Südbrücke zur alten Daumstraße gebaut werde. Gestern teilte der Baustadtrat mit, daß es sich bei den vermeintlichen Bauarbeitern um Polizeitechniker auf der Suche nach im Boden vermuteten Kampfmitteln handle.

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