Familientragödie

„Er hat ihr das Leben zur Hölle gemacht“: Mann aus Pirna wollte Tochter (4) töten

In Pirna soll ein 41-Jähriger Mann versucht haben, seine vierjährige Tochter zu töten und anschließend sich selbst. Beide überlebten. In der Nachbarschaft herrscht Fassungslosigkeit.

Adrian Schintlmeister Daniel Förster
3 Min
In der Nacht zum Freitag rückten zahlreiche Einsatzkräfte aus: In Pirna-Sonnenstein soll ein Mann versucht haben, seine eigene Tochter zu töten.

In der Nacht zum Freitag rückten zahlreiche Einsatzkräfte aus: In Pirna-Sonnenstein soll ein Mann versucht haben, seine eigene Tochter zu töten.

© Daniel Förster

Es ist eine Tat, die nicht nur in Pirna für Entsetzen sorgt. Ein 41-jähriger Deutscher soll seine eigene Tochter, ein vierjähriges Mädchen, in Tötungsabsicht angegriffen haben. Anschließend soll er versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Das Mädchen überlebte schwerverletzt, der mutmaßliche Täter wurde inzwischen dem Haftrichter vorgeführt.

Am Tag nach dem bedrückenden Vorfall herrscht bei Anwohnern noch immer Fassungslosigkeit. „Die Polizei war mit einem Riesenaufgebot da, dazu Krankenwagen und der Notarzt“, berichtet eine Nachbarin im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Nachbarin kennt die Familie seit Jahren. Vor zwei Monaten habe sich die Frau vom mutmaßlichen Täter getrennt und sei mit der gemeinsamen Tochter aus Pirna weggezogen, berichtet die Anwohnerin. Das wollte der 41-Jährige offenbar nicht akzeptieren. Immer wieder sei er aggressiv geworden, schildert die Nachbarin. „Er hat ihr das Leben zur Hölle gemacht.“

Andere Anwohner berichteten indes, wie der mutmaßliche Täter sich liebevoll um seine Tochter gekümmert haben soll. Regelmäßig soll er das Mädchen in den Kindergarten gebracht und von dort abgeholt haben. Trotzdem kam es zu einem erbitterten Sorgerechtstreit. Angehörige berichten derweil, dass der mutmaßliche Täter mehrfach mit einem Messer auf das Kind eingestochen haben soll. Das kleine Mädchen habe Schnitt- und Stichverletzungen am Hals davongetragen.

Kriminalisten am Tatort: Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Täter dauern an.

Kriminalisten am Tatort: Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Täter dauern an.

© Daniel Förster

Nach allem, was bekannt ist, hat die Mutter des schwerverletzten Mädchens noch eine andere Tochter aus einer früheren Beziehung. Die Kindsmutter soll in der Tatnacht gegen 22 Uhr vom Täter über seine Mordabsichten informiert worden sein, hieß es aus Polizeikreisen. Die Frau habe daraufhin den Notruf gewählt. Als die Beamten gegen 22.16 Uhr am Mehrfamilienhaus im Stadtteil Sonnenstein eintrafen, fanden sie das schwer verletzte Mädchen und den ebenfalls verletzten 41-Jährigen vor. Zuvor musste die Feuerwehr die Wohnungstür öffnen. Alarmierte Notärzte versorgten das Mädchen und den mutmaßlichen Täter.

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Ein Rettungshubschrauber flog das schwer verletzte Opfer von Pirna in das Universitätskrankenhaus nach Dresden.

Ein Rettungshubschrauber flog das schwer verletzte Opfer von Pirna in das Universitätskrankenhaus nach Dresden.

© Daniel Förster

Das verletzte Mädchen wurde mit einem Hubschrauber in die Uniklinik Dresden geflogen und befinde sich nach einer Not-OP mittlerweile außer Lebensgefahr, teilte die Polizei zuvor mit.

Der Beschuldigte wurde nach der Tat von der Polizei vorläufig festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden hat am 9. Oktober 2026 der zuständige Ermittlungsrichter am Amtsgericht Dresden dem Antrag auf Erlass eines Haftbefehls stattgegeben und den Haftbefehl in Vollzug gesetzt. Der Mann befindet sich nun in Untersuchungshaft. Ihm wird gefährliche Körperverletzung und versuchter Totschlag vorgeworfen.

Hier finden Sie Hilfe

Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Sind Sie als Angehöriger in Sorge, fühlen sich überfordert? Die Fachstelle hat auf ihrer Internetseite Hilfsangebote aufgelistet, mit E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Zu finden unter: 
https://www.suizidpraevention-berlin.de/hilfe-finden. 
Rund um die Uhr zu erreichen ist unter anderem die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111.
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