Naturkatastrophe

Erdbeben der Stärke 6,2 erschüttert Hokkaido im Norden Japans

Innerhalb von kurzer Zeit erschüttert ein zweites schweres Erdbeben die Insel Hokkaido. Japan zählt zu den seismisch aktivsten Ländern der Welt.

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Dampf steigt aus einem Kraftwerk auf, das durch eine Tsunami-Schutzmauer in Ishinomaki geschützt ist. Ein starkes Erdbeben erschütterte am frühen 27. April Japans nördliche Insel Hokkaido.

Dampf steigt aus einem Kraftwerk auf, das durch eine Tsunami-Schutzmauer in Ishinomaki geschützt ist. Ein starkes Erdbeben erschütterte am frühen 27. April Japans nördliche Insel Hokkaido.

© Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Ein starkes Erdbeben hat am Montagmorgen die Region Tokachi in der nordjapanischen Präfektur Hokkaido erschüttert. Nach Angaben der Japanischen Meteorologischen Behörde (JMA) ereignete sich der Erdstoß gegen 5.23 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von 83 Kilometern im südlichen Teil der Region und hatte eine geschätzte Stärke von 6,2.

Auf der siebenstufigen japanischen Erdbebenskala erreichte das Beben in der Stadt Urahoro den Wert „obere 5“, in Niikappu wurde „untere 5“ registriert. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben. Der US-Geologische Dienst (USGS) erwartet nur geringe Schäden und kaum Gefahren für Menschen, da die betroffene Region rund 200 Kilometer östlich von Sapporo dünn besiedelt ist.

Wohl kein Zusammenhang zu schwerem Beben am 20. April

Ayataka Ebita, Leiter der Abteilung für Erdbeben- und Tsunami-Beobachtung der JMA, erklärte vor Journalisten laut Jiji Press, das Beben habe seinen Ursprung tief in einer ozeanischen Platte, die unter eine kontinentale Platte abtaucht. Es stehe nicht in direktem Zusammenhang mit dem Erdbeben der Stärke 7,7, das am 20. April vor der Sanriku-Küste südlich von Hokkaido aufgetreten war. „Es handelt sich um ein einmaliges Erdbeben“, sagte Ebita. In Gebieten mit starken Erschütterungen sei die Gefahr von Steinschlag und Erdrutschen jedoch erhöht.

Nach dem Beben vom 20. April hatte die JMA eine Sonderwarnung vor möglichen Folgebeben der Stärke 8,0 oder höher ausgegeben, die 182 Gemeinden von Hokkaido bis zur Präfektur Chiba umfasst und am Montag um 17 Uhr ausläuft. Es ist erst die zweite derartige Warnung seit Einführung des Mechanismus im Jahr 2022. Bei dem vorangegangenen Beben wurden sechs Menschen verletzt, in einem Hafen in Iwate trafen Tsunami-Wellen von bis zu 80 Zentimetern Höhe ein.

Japan zählt zu den seismisch aktivsten Ländern der Welt und liegt auf vier tektonischen Platten am westlichen Rand des pazifischen „Feuerrings“. Auf den Archipel mit rund 125 Millionen Einwohnern entfallen etwa 18 Prozent aller weltweit registrierten Erdbeben.

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