In der Hochphase der syrischen Flüchtlingskrise 2015/2016 spielte Erdogan eine bemerkenswerte Rolle. Die EU zahlte mehr als sechs Milliarden Euro dafür, dass die Türkei die Bürgerkriegsflüchtlinge nicht über die Ägäis oder die berüchtigte Balkanroute Richtung Westen passieren ließ. Damit Europa weiterhin ein gutes Gewissen haben konnte, ließ sich die Türkei ihre Rolle als robuster Grenzpolizist des Westens teuer bezahlen. Seit längerer Zeit versucht die Türkei, aus ihrer geografisch exponierten Lage machtpolitisches und ökonomisches Kapital zu schlagen. Wer einmal auf die Landkarte schaut, erkennt sofort, dass das Land wie ein Scharnier zwischen Zentralasien und Europa liegt.
Türkei
Ankaras langer Arm nach Osten: Wie Erdogan eine neue Ordnung schmiedet
Als Gastgeber des Nato-Gipfels steht Erdogan im Fokus. Doch Ankaras geopolitische Ambitionen reichen weit über Europa hinaus, bis nach Zentralasien.
Dominik Pietzcker
Serdar Yurtcicek
7 Min
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan treibt die wirtschaftliche und politische Vernetzung der Turkstaaten voran.
© Murat Kula/imago
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