„Die finale Bilanz der 33. Domstufen-Festspiele schließt an den Besucherrekord des Vorjahres an“, freute sich Steffi Becker, die Sprecherin des Erfurter Theaters am letzten Tag des August. Bereits vor der Premiere am 7. August habe die Auslastung für alle 21 Vorstellungen von „Jesus Christ Superstar“ bei 97 Prozent gelegen. Im freien Verkauf seien so gut wie keine Karten mehr erhältlich gewesen und nur mit viel Glück ergatterten Theaterfreunde über die Wartelisten noch eine der begehrten Karten.
Am Sonntag fand die letzte Vorstellung des vielumjubelten Musicals von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice vor ausverkaufter Tribüne statt. Insgesamt konnten 44.300 Besucher die 21 Vorstellungen auf Deutschlands wohl schönster Open-Air-Bühne erleben. „Damit liegt die Auslastung zum zweiten Mal in Folge bei 100 Prozent. Im Vergleich zu den 13 Vorstellungen im Jahr 2005 konnte die Erfolgsquote des Musicals noch gesteigert werden. Damals lag die Auslastung bei 99 Prozent“, so die Theatersprecherin.
Erfreulicherweise habe auch das Wetter bei fast allen Vorstellungen mitgespielt. Nur eine Vorstellung am 19. Auguts musste wegen einer Unwetterwarnung mit Starkregen und Gewitter kurz vor dem Ende abgebrochen werden. Das zusätzliche Angebot für sehbeeinträchtigte Besucher mit jeweils einer Begleitperson wurde an zwei Terminen von achtzig Personen in Anspruch genommen. Sie reisten dafür extra aus Ludwigshafen, Leipzig und Berlin an.
Erfurts Theater verliert nach 25 Jahren ein Urgestein: Kittel geht nach Mannheim
AfD scheitert mit Misstrauensvotum gegen Mario Voigt
Domstufen-Bühnenbild findet Nachnutzung
Dieses spezielle Angebot wurde durch die Initiative HörMal Audiodeskription unterstützt. In enger Abstimmung mit dem Theater Erfurt fand im Vorfeld der beiden Veranstaltungen eine spezielle Tastführung durch das Bühnenbild statt. Während der Vorstellung erhielten die Gäste alle wichtigen Informationen über Kopfhörer. Die Nachfrage nach Karten war auch hier bereits im Vorfeld sehr hoch, sodass das Theater Erfurt im nächsten Jahr ein entsprechendes Angebot mit Audiodeskription erneut anbieten werde.
Das Bühnenbild stieß auch in diesem Jahr wieder auf Interesse. Ein Erfurter Gastronom sicherte sich drei der sieben goldenen Bilderrahmen mit eindrucksvoller Eierstab-Ornamentik sowie die vier goldenen Love-Buchstaben.
„Mit dem Abschluss der diesjährigen Domstufen-Festspiele endete nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern nach 24 Jahren auch die Zeit unseres Ausstattungsleiters Hank Irwin Kittel. Auch für Clemens Fieguth waren es die letzten Domstufen-Festspiele als musikalischer Leiter und erster Kapellmeister“, so Steffi Becker. Nach vier Jahren wechselt er von Erfurt an das Staatstheater Kassel, wo er als erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor tätig sein wird.
Auch das Open Air-Familienangebot war erfolgreich
„Der Bärbeiß“ kam auch bei den kleinen Besuchern des diesjährigen Open Air-Spektakels bestens an.
© Lutz Edelhoff / Theater Erfurt
Für die „Domino“, die Domstufen-Festspiele für die Kleinen, habe man erstmals einen neuen, schattigeren Ort ausgewählt. Auf der Severiwiese hinter dem Dom gab es eine Tribüne für 300 Personen. Von hier aus war man nicht nur besser vor der Sonne geschützt, sondern auch hautnah am Geschehen dran. Zudem konnte man einen Teil der Festungsmauern der Zitadelle Petersberg erspähen.
„Alle 20 Vorstellungen des Kinderstücks ‚Der Bärbeiß' konnten gespielt werden. Insgesamt 4.500 kleine und große Gäste ließen sich von den liebenswerten tierischen Bewohnern des Campingplatzes anstecken“, freute sich die Theatersprecherin. Die Auslastung lag hier bei ebenfalls stolzen 76 Prozent.
Die Karten für die Domstufen-Festspiele 2027 mit Giuseppe Verdis Oper „La traviata“ sind bereits online und im Besucherservice des Theaters Erfurt erhältlich. Bis zum 30. September erhalten Schnellentschlossene zehn Prozent Rabatt auf den Normalpreis.
Die reguläre Spielzeit des Erfurter Thetaers beginnt am 19. September, mit Prokofjews Ballett „Romeo und Julia“, die erste Opernpremiere ist am 10. Oktober Peter Tschaikowskys „Eugen Onegin“ und die erste Premiere im Schauspiel wird ab dem 3. November auf die Bühne kommen - das Familienstück „Pinocchio“.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]