Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Zitadelle

Aus der Kasse in die eigene Tasche

Marcel Gäding
2 Min

SPANDAU. Zwei Mitarbeiter der Spandauer Zitadelle sind zum Gegenstand polizeilicher Ermittlungen geworden. In dem einen Fall geht es um die Veruntreuung von Eintrittsgeld, in dem anderen um Geschäfte mit historischen Waffen aus dem Bestand der Zitadelle. Zumindest einer der Vorfälle liegt schon Monate zurück, bekannt wurde das Ganze aber erst jetzt.Lars Neunherz-Marx, der Sprecher des Bezirksamtes, bestätigte gestern auf Anfrage die Ermittlungen. Demnach soll ein Angestellter rund 2 500 Euro Eintrittsgeld zur Seite geschafft haben. Zitadellenmitarbeiter berichten, dass der Mann verantwortlich für die Einzahlung des Geldes zuständig war. "Irgendwann fehlten auf dem Konto entsprechende Zahlungen", sagt ein Verwaltungs-Mitarbeiter. Der Mann - er gehörte zum langjährigen Stammpersonal - wurde entlassen, gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue.Auch im zweiten Fall war die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. "Wir sind einer anonymen Anzeige nachgegangen", sagt Michael Grunwald, der Sprecher der Ermittlungsbehörde. Der Vorwurf: Der Angestellte im Archiv des stadtgeschichtlichen Museums auf der Zitadelle soll Waffen aus der Sammlung verkauft haben. Außerdem soll er mit Siegeln des Bezirks Echtsheitszertifikate angefertigt haben. "Der Verdacht hat sich nicht bestätigt", sagt Grunwald.Zumindest arbeitsrechtlich wird der Fall den Bezirk aber noch beschäftigen. Denn der Betroffene soll auch privat mit historischen Waffen zu tun haben und seine Sammlung während der Arbeitszeit pflegen, berichten Zitadellenmitarbeiter. Verwaltungsintern sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, geprüft werden personalrechtliche Konsequenzen, heißt es. Obwohl beide Vorfälle seit Wochen im Bezirksamt bekannt sind, wurden die Bezirksverordneten über die Ermittlungen der internen Arbeitsgruppe zur Korruptionsbekämpfung und der Polizei nicht informiert. Jetzt fordern die Mitglieder des bezirklichen Kulturausschusses und des Verwaltungsausschusses Auskunft zu.Auch gestern schwieg man im Spandauer Bezirksamt zu den Vorfällen. Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) äußerte sich trotz mehrmaliger Nachfragen nicht. Kunstamtsleiterin Andrea Theissen - sie leitet das stadtgeschichtliche Museum - lehnte jede Auskunft ab. Im Rechtsamt wollte niemand etwas sagen. Der Rechtsamtsleiter selber ist seit gestern im Urlaub. (gäd.)

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