Elf Jahre nach dem Verschwinden der damals fünfjährigen Inga schöpfen die Ermittler im Fall Inga neue Hoffnung. Nach dem der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ am Mittwochabend thematisiert wurde, seien zahlreiche neue Informationen eingegangen.
„Wir haben tatsächlich sehr viele neue Informationen erhalten und erhoffen uns, dass da der entscheidende Hinweis dabei ist“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Ripke in der Sendung. Konkreter wurde er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Das Mädchen aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt war am zweiten Mai 2015 spurlos verschwunden – bis heute ist unklar, was mit ihr geschah. Für Zeugen, deren Angaben zu Inga führen, ist eine Belohnung ausgeschrieben.
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Was am zweiten Mai 2015 auf dem Wilhelmshof geschah
Inga verschwand während eines Familienbesuchs. Das im August 2009 geborene Mädchen war mit seiner Familie auf dem Wilhelmshof im Landkreis Stendal zu Gast, einer diakonischen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und Suchterkrankungen. Dort lebten Freunde der Familie.
Bei den Vorbereitungen für ein Grillfest verschwand das Kind. Gegen 18.40 Uhr wurde Inga zuletzt gesehen – nach Angaben von Ripke auf einem Spielzeugpferd, das unweit eines Fußballplatzes und des Grillplatzes stand.
Moderator Rudi Cerne sagte in der Sendung: „Das alles war ein fröhliches Fest an diesem Nachmittag (...) und plötzlich ist dieses Kind verschwunden. Man kann sich diese Verzweiflung wirklich nur annähernd vorstellen, was in den Eltern seit diesem Zeitpunkt vor sich geht“.
Warum die Polizei glaubt, dass Inga noch lebt
Die Ermittler geben die Hoffnung nicht auf, dass Inga heute noch lebt. „Es gebe keine Beweise, die Gegenteiliges zeigen“, so die Einschätzung von Hauptkommissar Ripke.
Deshalb sucht die Polizei ausdrücklich auch nach Hinweisen auf Mädchen, die irgendwo plötzlich aufgetaucht sind – etwa ein blondes Kind, das vorher nicht dort gelebt hat. Auch Ungereimtheiten in Erzählungen über Inga oder den Wilhelmshof könnten wichtig sein.
Seit Frühjahr 2023 kümmert sich eine Ermittlergruppe der Polizeiinspektion Halle um den Fall. Zuvor war die Polizei in Stendal zuständig.
Wonach die Ermittler jetzt konkret suchen
Die Beamten hoffen vor allem auf Zeugen aus dem Umfeld des Wilhelmshofes. Weil der Hof abgelegen in einem großen Waldgebiet liegt, sucht die Polizei bis heute Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Verschwindens auf der Zufahrtsstraße aufgehalten haben.
Besonders im Fokus stehen dabei technische Aufnahmen. Die Ermittler hoffen etwa auf in Autos verbaute Kameras, aber auch auf Fotos oder Videos von Spaziergängern. „Auch wenn sie für den Besitzer keine Bedeutung mehr haben, für uns könnten sie von Bedeutung sein“, betonte Ripke.
Personen, die Inga nach dem Tag ihres Verschwindens gesehen haben Zeugen, die verdächtige Fahrzeuge oder Personen bemerkt haben Menschen, die damals in der Nähe des Hofes waren und noch nicht befragt wurden Hinweise auf möglicherweise gefundene Kleidungsstücke
Wie intensiv der Fall bereits bearbeitet wurde
Die Suche nach Inga läuft seit Jahren mit hohem Aufwand. Die Beamten werteten hunderte Hinweise aus, durchforsteten Waldstücke und pumpten Teiche ab. Bei der Suche unterstützten Archäologen und Geologen.
Auch die Angehörigen wurden viele Jahre nach dem Verschwinden noch einmal ausführlich befragt – in der Hoffnung, auf kleine, entscheidende Details zu stoßen. Ein Smoothie-Hersteller druckte Fotos und Hinweise auf seine Flaschen, um neue Spuren zu finden.
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