Großbritannien

Erneut Anschlag auf Synagoge: Polizei verstärkt Schutz für jüdische Gemeinden in London

Es ist der vierte Anschlag auf jüdische Einrichtungen in London innerhalb von einem Monat. Premier Starmer spricht von einem Angriff auf Großbritannien.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
3 Min
Forensische Beamte der Polizei in der Nähe der Kenton United Synagogue in Harrow, im Nordwesten Londons

Forensische Beamte der Polizei in der Nähe der Kenton United Synagogue in Harrow, im Nordwesten Londons

© Justin Tallis/AFP

Im Nordwesten Londons ist in der Nacht zum Sonntag erneut eine Synagoge Ziel eines Brandanschlags geworden – es ist binnen knapp vier Wochen der vierte Vorfall mit antisemitischem Hintergrund in der britischen Hauptstadt. Streifenbeamte bemerkten nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa Beschädigungen an einem Fenster der Kenton United Synagogue. Aus dem Inneren sei Rauch gedrungen, zudem hätten die Polizisten eine Flasche mit einem brandbeschleunigenden Mittel gefunden, die durch das Fenster geschleudert worden sei. Personen seien nicht zu Schaden gekommen, das Gebäude wurde anschließend von Einsatzkräften der Feuerwehr kontrolliert.

Premierminister Keir Starmer reagierte auf der Plattform X mit deutlichen Worten: Übergriffe auf die jüdische Gemeinschaft seien Übergriffe auf das ganze Land. Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb dort, für Antisemitismus sei in der Hauptstadt kein Platz; die Verantwortlichen müssten mit der vollen Strenge des Gesetzes rechnen.

Die Metropolitan Police kündigte am Samstagabend in einer Mitteilung an, ihre Einsatzkräfte im betroffenen Stadtbezirk Barnet massiv aufzustocken. Über das Wochenende werde mit einer deutlich sichtbaren Präsenz von Beamten in den Vierteln und im Umfeld jüdischer Einrichtungen zu rechnen sein.

Die Vorfälle häufen sich

Bereits am 23. März waren laut Bericht des Guardian vier Krankenwagen der jüdischen Gemeinde in Golders Green in Brand gesetzt worden, mehrere Verdächtige wurden angeklagt. In der Nacht zum Mittwoch sollen laut dpa zwei mit Sturmhauben maskierte Personen Brandsätze an der Finchley Reform Synagogue platziert haben, die sich nicht entzündeten. Am Freitag legte ein Mann nach Polizeiangaben eine Tüte mit drei befüllten Flaschen vor dem ehemaligen Gebäude von Jewish Futures in Hendon ab und entzündete sie, bevor er flüchtete.

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Detective Chief Superintendent Luke Williams erklärte laut Mitteilung der Metropolitan Police, die Sicherheit der Gemeinden habe oberste Priorität. Man unterschätze die Auswirkungen solcher Vorfälle insbesondere auf die jüdische Gemeinschaft nicht. Wegen ähnlicher Tatumstände und im Internet aufgetauchter Bekennerschreiben gehen die Behörden von einem Zusammenhang zwischen den Taten aus. Die Ermittlungen leitet daher die auf Terrorismusbekämpfung spezialisierte Einheit Counter Terrorism Policing London, unterstützt von örtlichen Beamten. Im Bezirk Barnet gelten zusätzliche Befugnisse für Anhalte- und Durchsuchungsmaßnahmen, zudem sind bewaffnete Einsatzkräfte und Motorradstreifen im Einsatz.

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