Ersatzlos streichen!

Ewald B. Schulte
1 Min

Kaum ein Verkehrsprojekt ist ökologisch so umstritten wie der auf knapp fünf Milliarden Mark veranschlagte Havelausbau. Umweltschützer sehen in der geplanten Ausbaggerung des Elbe-Havel-Kanals, der Unteren Havel-Wasserstraße, des Havel- und des Teltowkanals einen Jahrhunderteingriff in eine der letzten unzerstörten Flußlandschaften Europas. Diese Kritik wiegt um so schwerer, weil sich der wirtschaftliche Nutzen einer auch für Großmotorschiffe und Schubschiffahrtsverbände nutzbaren Havel in überaus engen Grenzen hält. Eine großindustrielle Basis jedenfalls, die preisgünstige Massengütertransporte per Schiff zwingend erforderlich machen würde, gibt es in der gesamten Region nicht. Darüber können auch mehr als hundert kleinere Binnenhäfen nicht hinwegtäuschen, deren Anbindung sich durch den Wasserstraßenausbau verbessern soll. Ohne wirtschaftlichen Quantensprung aber sind die beabsichtigten Eingriffe in das Havel-Ökosystem unverantwortlich. Daß ausgerechnet Brandenburgs Umweltminister Matthias Platzeck (SPD) jetzt grünes Licht für den Havelausbau gibt, muß daher mehr als irritieren. Er wäre besser beraten, dem notleidenden Bund die Ausbau-Milliarden ersatzlos zur Streichung zu empfehlen. +++

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