Der Ausflug in den kleinen Berliner Vorort sollte eigentlich keine große Reise werden: Lediglich neun S-Bahn-Stationen trennten das Paar und seine Gäste vom Beginn ihres Ausflugs an der Frankfurter Allee vom Ziel in Eichwalde gleich hinter Grünau. Neun Stationen auf einer Strecke mit durchgehender S-Bahn - grob geschätzt also maximal eine halbe Stunde Fahrzeit. Wenn überhaupt. Doch die Reisenden hatten die Rechnung ohne die trödelige S-Bahn gemacht. Zum derzeit obligatorischen 20-Minuten-Takt gesellte sich auf der Strecke ausgerechnet an diesem Wochenende auch noch ein Schienenersatzverkehr mit Bussen.Also fuhren die Reisenden erst mal mit der U-Bahn zum Tierpark. "Gleich da drüben liegt der Eingang", informierte der erwachsene Sohn seine eigens angereisten Eltern. Als sie wenig später in der Straßenbahn zum S-Bahnhof Schöneweide saßen und Karlshorst passierten, deutete der Sohn aus dem Fenster. "Das war mal eine Russenkaserne", sagte er. Wenig später fuhr die Bahn an einem alten Industriegebiet vorbei. "Oberschöneweide", konstatierte er. "Da drüben war das Transformatorenwerk Oberspree." Am S-Bahnhof Schöneweide wartete schon der Bus-Ersatzvehr Richtung Grünau. "Wista - Wissenschaftsstandort Adlershof", las die Frau unterwegs von einem Schild ab. "Hier sitzen viele Firmen, die was mit Forschung und Wissenschaft zu tun haben."Nach einer Stunde und 15 Minuten hatten die Reisenden ihr Ziel erreicht. "Fies lange", sagte der Sohn. "Aber eine echt schöne schöne Stadtrundfahrt", sagte der Vater.
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