Dino-Auktion

Erst 20 Millionen, dann der Absturz: Dino „Jodi“ wird jetzt versteigert

Das Dinosaurier-Skelett „Jodi“ galt als junger T-Rex für 20 Millionen Dollar. Jetzt versteigert Sotheby's den Nanotyrannus für bis zu 9 Millionen.

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Knapp zwei Meter hoch, sechs Meter lang: Das Skelett des Nanotyrannus „Jodi“ wurde einst als junger T-Rex angeboten. Am 27. Oktober versteigert es Sotheby

Knapp zwei Meter hoch, sechs Meter lang: Das Skelett des Nanotyrannus „Jodi“ wurde einst als junger T-Rex angeboten. Am 27. Oktober versteigert es Sotheby's in New York.

© Matthew Sherman/Sotheby's Stadt: New York City/dpa

Vor drei Jahren war er noch ein König. Als „Chomper“ stand das Skelett 2023 auf der Londoner Kunstmesse Frieze, angepriesen als junger Tyrannosaurus rex. Preisschild: 20 Millionen US-Dollar.

Jetzt heißt das Tier „Jodi“, gehört zu einer anderen Gattung und ist deutlich billiger. Den Rabatt hat ihm die Wissenschaft eingebrockt.

Am 27. Oktober versteigert Sotheby's den Raubsaurier in New York. Geschätzt werden sechs bis neun Millionen Dollar, umgerechnet etwa 5,5 bis 8 Millionen Euro.

Nanotyrannus statt T-Rex: Was die Studie zeigt

Die Vorgeschichte hat das Kunstmarktportal Artnet News rekonstruiert. Auslöser der Umbenennung ist eine Studie im Fachjournal Nature vom Oktober 2025.

Jahrzehntelang stritten Paläontologen, ob kleinere T-Rex-ähnliche Skelette bloß Teenager der berühmten Echse sind. Oder eine eigene Gattung: Nanotyrannus, frei übersetzt „Zwergtyrann“.

Lindsay Zanno und James Napoli verglichen dafür mehr als 200 Tyrannosaurier-Fossilien. Ihr Kronzeuge ist ein etwa 20 Jahre alter, ausgewachsener Nanotyrannus, der in Montana gemeinsam mit einem Triceratops im Gestein steckte.

Seine Arme waren größer als die eines T-Rex, er hatte mehr Zähne. Wäre er ein junger T-Rex gewesen, hätte er allen bekannten Regeln des Wirbeltierwachstums widersprechen müssen, argumentierte Napoli.

Eine zweite Art tauften die Forscher Nanotyrannus lethaeus, nach Lethe, dem Fluss des Vergessens aus der griechischen Unterwelt. Ein passender Name für ein Tier, das die Fachwelt jahrzehntelang für jemand anderen hielt.

Warum der Name T-Rex Millionen wert ist

Kaum ein Dinosaurier zieht bei Sammlern wie der Star aus „Jurassic Park“. Im Juli brachte der T-Rex „Gus“ bei Sotheby's 50,1 Millionen Dollar, rund 44 Millionen Euro.

Zum Vergleich: 1997 war der T-Rex „Sue“ mit 8,36 Millionen Dollar Weltrekord. Für Jodi wird heute ungefähr so viel erwartet wie damals für den teuersten Dinosaurier der Welt.

Nanotyrannus „Jodi“: 35 Zähne, vier Krallen

Das Skelett ist knapp zwei Meter hoch und sechs Meter lang. Laut Sotheby's ist es eines von nur drei bekannten Nanotyrannus-Skeletten, der Schädel ist nahezu vollständig.

Gefunden hat es 2019 Jodi Pierson im Osten Montanas, daher der Name. Ausgegraben hat es ihr Cousin Clayton Phipps, der sich selbst „Dinosaurier-Cowboy“ nennt.

Pikant: Phipps hatte vor rund 20 Jahren auch jenes Duell-Fossil geborgen, das den Nanotyrannus nun wissenschaftlich rehabilitiert hat.

Wer kauft einen Dinosaurier?

Manche Sammler wollten eine bestimmte Art, andere einfach etwas mit Krallen und Zähnen, das gefährlich aussieht, sagte Sotheby's-Expertin Cassandra Hatton dem Portal. Ein kleiner Raubsaurier wie Jodi sei außerdem handlicher.

Heißt: Er passt eher ins Penthouse als ein zwölf Meter langer T-Rex.

Ein Schnäppchen muss Jodi trotzdem nicht bleiben. 2025 brachte ein junger Ceratosaurus, ebenfalls ein weniger berühmter Räuber, 30,5 Millionen Dollar ein, mehr als das Fünffache der Schätzung.

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Genau darin liegt das Problem. Bei solchen Summen können öffentliche Museen und Universitäten selten mitbieten, die Skelette verschwinden oft in Privatsammlungen.

Dass es anders geht, zeigt Berlin. Der T-Rex „Tristan Otto“ gehört ebenfalls Privatleuten, die ihn dem Museum für Naturkunde kostenlos überlassen. Ihre Bedingung: Er wird erforscht und öffentlich gezeigt.

Ob Jodis neuer Besitzer ähnlich großzügig ist, entscheidet sich am 27. Oktober.

Mit Material von dpa

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