In den Tälern der Mittelgebirge sind in der Nacht zum Samstag Tiefstwerte bis 8 Grad möglich. Im Norden und Osten sinken die Temperaturen in klaren Nächten in den einstelligen Bereich.
48 Stunden später zeigt das Thermometer im Südwesten wieder bis zu 36 Grad.
Verantwortlich für die kurze Abkühlung ist trockenere Luft, die zwischen einem Tief über Skandinavien und einem Hoch über Westeuropa schubweise nach Deutschland strömt. Sie bleibt nicht lange.
Wetter am Freitag: der kühlste Tag der Woche
Am Donnerstag liegen die Höchstwerte in der Nordwesthälfte bei 21 bis 27 Grad, sonst bei 26 bis 31 Grad. Am Freitag trifft die Abkühlung vor allem den Norden. Dort werden nur noch 19 bis 23 Grad erwartet, an den Küsten teils unter 20 Grad.
In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind meist 23 bis 26 Grad drin, in Brandenburg und Berlin 22 bis 26 Grad. Für Berlin rechnet der Deutsche Wetterdienst am Freitag mit rund 24 Grad.
Weiter südlich bleibt es wärmer. Außerhalb des Nordens sind auch am Freitag bis zu 30 Grad möglich.
Wohnung kühlen: Warum die Nacht zum Samstag zählt
Die kurze Frischluftphase lässt sich in einen Vorrat verwandeln. Wer die Wohnung durchlüftet, solange die Außenluft kühler ist als die Wände, senkt die Innentemperatur für die kommenden Tage spürbar.
Praktisch heißt das: Fenster gegenüberliegender Räume gleichzeitig öffnen und Durchzug erzeugen. Tagsüber gehen Fenster und Rollläden dann wieder zu.
Wer erst am Nachmittag lüftet, holt sich die Hitze ins Haus. Für ältere Menschen und Kleinkinder ist die nächtliche Auskühlung der Räume der wirksamste Hitzeschutz im Alltag.
Wetter am Sonntag: bis zu 36 Grad und kräftige Gewitter
Schon am Samstag steigen die Werte wieder auf 26 bis 33 Grad, im Norden auf 23 bis 27 Grad.
Am Sonntag erreicht die Hitze den nächsten Höhepunkt. Deutschlandweit sind 29 bis 36 Grad vorhergesagt, am heißesten wird es im Süden und Südwesten sowie in Teilen Bayerns. In Berlin und Brandenburg sind bis zu 33 Grad möglich, dazu drohen kräftige Gewitter.
In der Nacht zum Montag zieht von Südwesten Regen auf. Am Montag liegen die Höchstwerte zwischen 24 und 32 Grad, für Dienstag und Mittwoch erwartet der Wetterdienst wieder verbreitet 28 bis 35 Grad.
40 Grad nächste Woche? Was DWD und Wettermodelle sagen
In den sozialen Netzwerken kursieren bereits Prognosen, die für die neue Woche die 40-Grad-Marke ankündigen. Die Modelldaten geben das so eindeutig nicht her.
Die Berechnungen zeigen ab dem 9. oder 10. August einen deutlichen Temperaturanstieg, vor allem im Westen und Süden. Daraus ergeben sich Höchstwerte von 35 bis knapp 40 Grad, falls sich die Wetterlage genau so einstellt wie derzeit gerechnet.
Für Norddeutschland sind die Unsicherheiten größer. Ob die heißeste Luft bis an die Küsten vorankommt, ist offen.
In der amtlichen Vorhersage taucht die 40 bislang nicht auf. Für die zweite Wochenhälfte kündigt die Behörde unbeständigeres Wetter mit Schauern und Gewittern an, gebietsweise bei weiterhin sehr hohen Temperaturen.
Auch der Begriff „Heat Dome“ verdient eine Einordnung. Gemeint ist ein kräftiges Hochdruckgebiet, das absinkende Luft aufheizt und Tiefausläufer blockiert. Dass sich eine solche Lage aufbaut, ist wahrscheinlich. Wie heiß sie am Ende wird, entscheidet sich erst in den kommenden Tagen.
Rhein-Pegel Kaub auf Rekordtief – Krisentreffen in Bonn
Während über die 40 Grad diskutiert wird, fallen die Rekorde längst an anderer Stelle.
An der Engstelle Kaub in Rheinland-Pfalz wurden am Dienstag 24 Zentimeter gemessen. Bis Samstag sollen es nach Prognosen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung nur noch 17 Zentimeter sein. In Duisburg-Ruhrort, Düsseldorf und Köln fielen die Pegel Anfang August ebenfalls unter ihre historischen Tiefstwerte.
Frachtschiffe können auf Europas wichtigster Wasserstraße teilweise nur noch zu einem Fünftel beladen werden. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat für diesen Donnerstag zu einem Spitzengespräch nach Bonn geladen. „Es ist schon eine sehr angespannte Situation“, sagte der CDU-Politiker mit Blick auf das Niedrigwasser.
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde stuft die Lage als ungewöhnlich ein. Niedrigwasserphasen erreichen normalerweise erst im Spätsommer oder Herbst ihren Höhepunkt.
Hitzerekord 41,8 Grad: der Sommer 2026 in Zahlen
Den Rahmen liefert der bisherige Jahresverlauf. Vom 18. bis 28. Juni lag Deutschland unter einer Hitzeglocke, wie sie bis dahin eher aus dem Mittelmeerraum bekannt war.
Am 27. Juni kletterte das Thermometer im sachsen-anhaltischen Möckern-Drewitz auf 41,8 Grad, den neuen deutschen Allzeitrekord. Einen Tag später wurden im brandenburgischen Neißemünde-Coschen 41,7 Grad gemessen.
An 467 von 488 ausgewerteten Stationen fielen dabei neue Allzeit- oder Monatsrekorde. Die Klimaüberwachung des Wetterdienstes schrieb anschließend von einer „Zäsur für die Klimaanpassung in Deutschland".
Vor diesem Hintergrund sind die einstelligen Nächte dieser Woche kein Wetterumschwung, sondern eine Pause.
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