Ein Samstagvormittag in Göttingen, und durch die volle Innenstadt schiebt sich ein Mann, den hier viele sofort erkennen: Gerhard Schröder. Der frühere Bundeskanzler, inzwischen 82, war am 20. Juni mit seiner Ehefrau So-yeon Schröder-Kim in der niedersächsischen Unistadt unterwegs.
Begleitet wurde das Paar von zwei Personenschützern des Bundeskriminalamts. Am Vormittag verließ Schröder das Hotel Gebhards in der Goethe-Allee – ausgerechnet an dem Tag, an dem der Christopher Street Day durch die Stadt zog.
Mitten im Getümmel der CSD-Demonstration ging es für den SPD-Politiker über Goethe-Allee, Papendiek und Paulinerstraße zum Marktplatz, wie die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet. Schröder und seine Frau wurden so zu Zaungästen des Demonstrationszugs.
Zwei Restaurants, kein Platz
Dann wurde es kompliziert. Im Außenbereich des Restaurants Bullerjahn suchte das Ehepaar zunächst vergeblich einen Tisch – alles besetzt.
Der zweite Versuch führte ins Alfredo in der Weender Straße. Auch das ging schief: Dort gibt es nichts zu essen. Also zogen Schröder und Schröder-Kim weiter.
Erst beim dritten Anlauf hatten sie Erfolg. Im traditionsreichen Café Cron & Lanz fand das Paar schließlich einen Platz und kam mit den Tischnachbarn ins Gespräch, einem jungen Paar mit Baby.
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„Nur mal so“
Warum es ihn nach Göttingen verschlagen hatte, wollte Schröder nicht groß erklären. Auf Nachfrage antwortete er knapp: „Nur mal so.“
Ungewöhnlich ist der Ausflug nicht. Schröder ist regelmäßig in der Unistadt zu Gast. Erst vier Wochen zuvor hatte er die Händelfestspiele besucht.
Schröder und Göttingen – eine alte Verbindung
Mit der Stadt verbindet den Altkanzler eine lange Geschichte. Von 1966 bis 1971 studierte er an der Georg-August-Universität Rechtswissenschaften.
2005 verlieh ihm die Universität die Ehrendoktorwürde der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten. Gewürdigt wurden damals sein Einsatz für die Naturwissenschaften in Niedersachsen sowie seine Anstöße zur Debatte über Biotechnologie und Lebenswissenschaften.
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