Weshalb führt man uns hier so hinters Licht?" ärgern sich die Mieter der Rigaer Straße 45-49 in Friedrichshain. Im Herbst 95 konnten sie einziehen in die Neubauten, die zum Komplex Plaza Frankfurter Allee gehören, aber die Straßenlaternen vor den Wohnhäusern stehen kopflos, also ohne Licht, herum. "Man findet im Dunkeln kaum das Schlüsselloch", berichtet Dr. Eberhard Jakob. Er hat sich schon zweimal beim Tiefbauamt über die vergessenen Laternen beschwert, vergeblich. Im Februar 97 war ihm zwar schriftlich mitgeteilt worden, daß im II. Quartal Licht ins Dunkel der Rigaer Straße gebracht wird, doch das erwies sich als leeres Versprechen. Anfang 98 gab Dr. Jacob auf, er schrieb an den Ombudsmann. Der wandte sich sofort an den Mitarbeiter der Senatsbauverwaltung, der den geplatzten Fertigstellungstermin angegeben hatte. Wilfried Hohm verwies auf die Haushaltsperre. Die Rigaer Straße stünde im Bauprogramm 98, aber wann sie drankommt und ob überhaupt, könne er nicht sagen.Die "Berliner Zeitung" ließ nicht locker, sprach mit dem Zuständigen für die Straßenbeleuchtung und weiteren Mitarbeitern der Senatsbauverwaltung. Fragte bei der BEWAG nach, stellte fest, daß dieses "finanzielle Problem" gar nicht vom Land Berlin und seinem Sparhaushalt zu lösen ist, sondern von der Immobiliengesellschaft, auf deren Boden das Riesen-Investvorhaben vorgenommen wurde. Bauherr des Plaza-Geschäftszentrums, des Hotels und der 118 Wohnungen in dem Karree zwischen Frankfurter Allee und Rigaer Straße war die Fundus-Gruppe. 1995 wurde Übergabe gefeiert, nach und nach alles in Betrieb genommen, aber die DDR-Laternen vor den Wohnhäusern, altersschwach und baugeschädigt, wurden nicht ersetzt. Lediglich fünf kahle Masten wurden aufgebaut. "Wann wird das Geld dafür bereitgestellt?" wollte die Ombudsmann-Redaktion nun vom Plaza-Verantwortlichen in Bonn wissen. Ende März endlich die Nachricht: Die Sache ist klar, der Immobilienfonds der Fundus-Gruppe übernimmt die Kosten. "Wir zahlen die 35 000 Mark", versichert Frank Schneider. Nun schaltete die BEWAG schnell.Setzte vergangene Woche Kabelmonteure ein, gab den Auftrag, "Köpfe" auf den Masten anzubringen, so daß die Rigaer Straße wenn nichts schiefgeht nun wieder beleuchtet ist. Im dunkeln bleibt allerdings, warum dies erst mit zweijähriger Verspätung, für die niemand zuständig sein will, geschieht. Die Kostenübernahme-Erklärung sei rechtzeitig abgeschickt worden, versichert Schneider. Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter, der Mißerfolg bleibt eine Waise. (hs.)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]