Wirtschaft

Erst XXL-Schulden, jetzt AfD-Umfragehoch: Wie Merz und die SPD Deutschlands Identitätskrise verschärfen

Gebrochene Wahlversprechen, falsche Steuerimpulse von Schwarz-Rot – wen überrascht da noch der AfD-Höhenflug? Was Deutschland jetzt braucht. Ein Kommentar.

4 Min
Droht Deutschland unter Kanzler Merz ein Weiter-so? Nach seinem gebrochenen Wahlversprechen muss er sich dringend neu erfinden, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, meint unsere Autorin.

Droht Deutschland unter Kanzler Merz ein Weiter-so? Nach seinem gebrochenen Wahlversprechen muss er sich dringend neu erfinden, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, meint unsere Autorin.

© Kay Nietfeld/dpa

Die neue Koalition hat noch nicht einmal das Amt übernommen – und muss bereits ihre erste symbolische Niederlage hinnehmen. In der letzten Forsa-Umfrage ist die AfD mit 24 Prozent erstmals gleichauf mit der CDU. Auch die persönlichen Werte von Friedrich Merz sind diese Woche weiter gesunken: Nur noch 28 Prozent der Befragten vertrauen ihm, nach 36 Prozent im Dezember. Im Westen liegt das Vertrauen noch bei 30 Prozent, im Osten hingegen nur noch bei 16 Prozent. Das heißt, dass 84 von 100 Menschen in Ostdeutschland dem künftigen Kanzler nicht vertrauen.

Natürlich ist jede Umfrage nur eine Momentaufnahme und kein verlässlicher Dauerwert. Doch sich darauf auszuruhen, wäre nicht nur leichtfertig, sondern naiv. Man muss weder Wirtschaftsprofessor noch Sozialpsychologe sein, um die Folgen gebrochener Wahlversprechen in der Schuldenpolitik und einer fehlenden Wirtschaftsstrategie vorherzusehen: Enttäuschung, Frust und anhaltende Leere – statt echter Aufbruchsstimmung. Während Union und SPD das milliardenschwere Sondervermögen mit großem „Whatever-it-takes“-Optimismus beschlossen, hatten die Realisten unter den Ökonomen dessen problematische Folgen längst kommen sehen.

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