Feuer und Wasser ergeben - das nur ein Hinweis für Nicht-Physiker - kein Feuerwasser. Zwar kann jeder behaupten, beides gehöre zusammen, aber niemand sollte sich wundern, wenn das eine dann erlischt und das andere verdunstet. Keiner weiß zwar, was zuerst geschehen wird, wenn sich nun PDS und WASG zu einem so genannten Linksbündnis zusammenschließen. Aber dass hier zusammenkomme, was zusammengehöre, ist nicht nur eine Verhöhnung des Urhebers jenes Wortes - des Sozialdemokraten Willy Brandt -, sondern die schlichte Missachtung politischer Physik. Insbesondere die Funktionäre der westdeutschen Wahlalternative - darunter vor allem in Berlin auch etliche enttäuschte ehemalige PDS-Mitglieder - scheinen die Gefahr zu wittern. Sie müssen nicht nur befürchten, vom eingespielten Apparat der PDS im Gerangel um aussichtsreiche Listenplätze überspielt zu werden. Programmatisch sind sie der PDS allein durch den Protest verbunden. Das mag genügen, um Oskar Lafontaine - und selbstverständlich Gregor Gysi - zur Rückkehr in den Bundestag zu verhelfen. Ein Bündnis aber, eine Partei wird so gewiss nicht daraus.Wenn Feuer und Wasser zusammenkommen, dann zischt es erst - das Zischen war auf der Sitzung der WASG-Führung am Wochenende in Kassel unüberhörbar. Dann aber qualmt es. Wenn sich der Qualm des Zusammenschlusses von WASG und PDS verzogen haben wird, dann sitzen ihre Abgeordneten vielleicht im Bundestag. Das Bündnis aber ist erloschen und verdunstet.
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