Die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) Suhl für Asylbewerber und Flüchtlinge wird zum 30. November 2026 dauerhaft geschlossen. Dies bestätigte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) im September 2026 während einer Regierungsbefragung im Thüringer Landtag.
So geht es weiter: Der sukzessive Leerzug der Anlage wurde bereits im Vorfeld eingeleitet. Bis zum Stichtag am 30. November 2026 soll die Unterkunft vollständig geräumt sein. Die verbleibenden Bewohner werden vorübergehend auf andere Thüringer Erstaufnahmestandorte in Gera und Eisenberg verteilt. Letzterer soll nach aktuellen Plänen ebenfalls im Jahr 2028 geschlossen werden.
Als langfristiger Ersatz für die bisherige Großunterkunft plant das Land Thüringen ein neues, dezentraleres Konzept. Vorgesehen sind ein zentrales Ankunftszentrum sowie eine mittelgroße Einrichtung mit einer Kapazität von bis zu 500 Plätzen.
Nach Jahren der Debatte: EAE Suhl wird geräumt
Die Einrichtung in einer ehemaligen DDR-Grenztruppen-Kaserne auf dem Suhler Friedberg stand über Jahre hinweg wegen massiver Überbelegung, mangelhafter hygienischer Zustände und wiederholter Polizeieinsätze in der Kritik.
Die reguläre Kapazität der Einrichtung ist offiziell auf 800 Plätze ausgelegt. Über die Jahre schwankte die tatsächliche Anzahl der dort untergekommenen Menschen jedoch extrem: In Spitzenzeiten (2022/2023): Während Phasen starker Zuwanderung war die Einrichtung massiv überbelegt. Zeitweise lebten dort zwischen 1.400 und über 1.600 Menschen. Zuletzt wohnten dort weniger als 300 Menschen.
Durch die teils extreme Überbelegung und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Ethnien auf engstem Raum kam es regelmäßig zu schweren, teils organisierten Auseinandersetzungen. Allein im Jahr 2023 registrierte die Polizei über 150 Fälle von Körperverletzung direkt in der Unterkunft. Im März 2024 kam es zu einem schweren Brand, bei dem ein Zimmer komplett ausbrannte, sechs Menschen verletzt wurden und rund 500 Bewohner mitten in der Nacht evakuiert werden mussten. Laut Berichten von Welt und Spiegel stieg im Umfeld der Unterkunft vor allem die Zahl der Ladendiebstähle und Belästigungen im öffentlichen Raum drastisch an.
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Thüringen beginnt bald mit dem Leerzug der Erstaufnahme Suhl
Im Herbst 2024 sorgte eine Präventionsmaßnahme der Polizei für Aufsehen: Beamte hielten direkt in der Unterkunft Gefährderansprachen unter dem Motto „Sie sind Gast in unserem Land“, um den Respekt gegenüber Gesetzen, Frauen und der Polizei einzufordern.
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