Zweites Spiel, erste Niederlage! Dem 1:1-Unentschieden gegen die Niederlande in seinem ersten Spiel ließ der neue Bundestrainer Jürgen Klopp am Sonntagabend ein 0:1 (0:0) gegen Griechenland folgen. Vor 30.660 Fans in der ausverkauften WWK-Arena in Augsburg sorgte der Grieche Dimitrios Kourbelis für den einzigen Treffer des Abends.
Klopp ändert die Startelf fünfmal
Klopp hatte bei seinem Heimspiel-Debüt im Vergleich zum Duell am Donnerstag in Amsterdam fünf Veränderungen in der Startelf vorgenommen. Kai Havertz hatte sich gegen die Niederlande eine Muskelzerrung zugezogen und musste das DFB-Camp genau wie Jamal Musiala (Muskelfaserriss) verlassen. Für Havertz rückte Younes Ebnoutalib in die Startelf. Der Frankfurter war schon in Amsterdam für Havertz eingewechselt worden.
Außerdem ersetzte Alexander Nübel im Tor Marc-André ter Stegen. Josha Vagnoman spielte statt Philipp Treu als Rechtsverteidiger und
Yann Aurel Bisseck begann in der Innenverteidigung statt Nico Schlotterbeck, dem Klopp eine Pause gönnte und ihn daher gar nicht erst in den Spieltagskader nominierte. Die größte Überraschung in der Anfangsformation war Debütant Bambasé Conté, der am Donnerstag noch nicht zum Kader gehörte, nun aber statt Nadiem Amiri gleich von Beginn an sein Können im Mittelfeld unter Beweis stellen durfte.
Die Startelf der deutschen Nationalmannschaft
Conté war es auch, der in der 2. Minute gleich für den ersten Abschluss der Partie sorgte, das Tor dabei aber verfehlte. Viele Chancen folgten nicht in der Anfangsphase.
Griechenland verteidigte tief und beschränkte sich in den eigenen Offensivbemühungen aufs Kontern. Konstantinos Karetsas, der seit Sommer für Borussia Dortmund spielt, besaß die beste Möglichkeit der Griechen in Halbzeit eins, schoss aus knapp 18 Metern Entfernung knapp über das Tor (8.).
Adeyemi hat die besten Chancen für Deutschland
Auch die erste gute Chance für Deutschland war das Resultat eines Konters. Karim Adeyemi war schneller als alle anderen, vor allem aber als sein Gegenspieler Kostas Tsimikas, schüttelte den Griechen ab und zog in den Strafraum ein, schoss dann aber über das Tor (27.).
Wenige Minuten später machte es Adeyemi etwas besser, ließ kurz vor der Strafraumkante Konstantinos Mavropanos aussteigen und zwang den griechischen Torwart Konstantinos Tzolakis zu seiner ersten Parade im Spiel (32.).
Adeyemi trifft nach dem gewonnenen Laufduell gegen Tsimikas nur über das Tor.
© Michaela Stache/AFP
Adeyemi zeigte sich zu Saisonbeginn, seit seinem Wechsel zum FC Barcelona, überaus formstark. Das Selbstbewusstsein war ihm auch im DFB-Trikot anzusehen. Anders als für die Blaugrana, für die der 24-Jährige bereits je drei Tore und Vorlagen aufweist, fehlte ihm für Deutschland aber noch die letzte Präzision.
Deutschland erhöht nach der Halbzeit den Druck
So blieb es beim 0:0 zur Halbzeit, wonach wieder Conté der Erste war, der es mit einem Schuss aufs Tor versuchte, ohne Tzolakis dabei aber in Verlegenheit zu bringen (49.). Der musste sich dann bei einem direkten Freistoß von Joshua Kimmich schon mehr anstrengen, konnte aber auch diesen Versuch zur Ecke klären (53.).
Felix Nmecha verfehlte nur wenige Momente später aus zentraler Position knapp das Tor und es deutete sich an, dass Klopps Mannschaft nun langsam mal ein Tor erzielen wollte. Die griechische Abwehr brachte sie in diesen Minuten zumindest zunehmend in Bedrängnis.
Ein bitterer Abend für Klopp, ein guter für das, was er vorhat
Trotzdem waren es dann die Gäste, die das Momentum übernahmen. Joshua Kimmich verlor erst in der eigenen Hälfte den Ball, Fotis Ioannidis hatte in der Folge daraus die Möglichkeit, frei vor Nübel im Strafraum abzuschließen. Doch er verfehlte das Tor, schoss links daneben (67.). Glücklicher war dann Dimitrios Kourbelis, dessen Schuss von der Strafraumkante, von Kimmich abgefälscht, im Tor landete (74.).
Die deutsche Mannschaft spielte im Anschluss fast nur noch in der griechischen Hälfte. So richtig gefährlich wurde sie aber nicht mehr. Und so wartet Jürgen Klopp auch nach seinem zweiten Spiel als Bundestrainer auf das erste Erfolgserlebnis.
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