Vor den neuen Häusern in der Hermann-Blankenstein-Straße werden gerade Badewannen und Waschbecken ausgeladen. Der Bau nähert sich seiner Vollendung. Im April nächsten Jahres ziehen hier die ersten Bewohner in 191 Wohnungen (1. und 2. Förderweg) ein. Über 150 Interessenten haben sich schon gemeldet. Wenn Anfang des Jahres die großen Baumaschinen ringsum verschwunden und die Wohnungen zu besichtigen sind, wird vermietet (Tel. 25 44 13 25, www. arwobau. de).Das Interesse, hier zu wohnen, ist groß, weil das Hausburg-Viertel auf dem Gebiet des alten Schlachthofs nur drei Kilometer vom Alexanderplatz entfernt liegt und über die Landsberger Allee und die Storkower Straße an das Straßenverkehrsnetz angebunden ist. Hier führen fünf Straßenbahn- und drei Buslinien vorbei. Es gibt zwei S-Bahnhöfe in unmittelbarer Nähe. Trotzdem soll es ruhig sein, mehrere Parks, Stadtplätze und Promenaden entstehen. Unmittelbar an der Landsberger Allee, dort, wo sich vier alte Hallen befinden, wächst das "Zentrum Alter Schlachthof" mit ca. 30 000 m2 Verkaufsfläche und zahlreichen Dienstleistungs- und Freizeitangeboten.Marktkauf mietet hier 11 000 m2. Verhandlungen gibt es mit weiteren Filialisten aus der Unterhaltungselektronik, von Sport- und Spielwaren und Textilien. Der Umbau der nahe gelegenen ehemaligen Lederfabrik Steinlein und der Darmschleimerei beginnt Anfang 2002. Hier entstehen Gewerbe- und Wohneigentums-Lofts. Ein weiteres Loftbürohaus wird bis Mitte nächsten Jahres hinter dem Hausburgpark gebaut. Laubengänge verbinden dann die historische Fassade mit dem Neubau. Aus den Resten einer über 100 Jahre alten Viehhalle wird eine Sporthalle für die Europaschule an der Hausburgstraße. Giebel und eine Fassade bleiben erhalten und werden bis Ende 2002 mit Glas, Stahl und Holz komplettiert.Das rekonstruierte Haus des ehemaligen Veterinärs an der Thaerstraße hat die Stadtentwicklungsgesellschaft Eldenaer Straße (ses) bezogen. Wenn die Straße mit Radwegen, Parkspuren und Baumreihen fertig ist, wird die Thaerstraßenbrücke für den Verkehr freigegeben. Fußgänger und Radfahrer passieren sie schon heute. Noch in diesem Jahr beginnt der Bau des 13 000 m2 großen Hausburgparks. Gerade wird die zum Teil vorhandene und unter Denkmalschutz stehende Stützmauer zur Straße repariert. Solche historischen Details, aber auch restaurierte Großbauten prägen das Bild. Für den Wasserturm im Park gibt es Entwürfe für eine Galerie mit Café."Wir mussten hier Stadtreparatur im weitesten Sinne betreiben", so Hans-Jörg Schmidt von der ses, denn es gab keine Verbindung zu den angrenzenden Wohngebieten. Der Schlachthof war autark. Das städtebauliche Konzept schuf das Darmstädter Architektenbüro Trojan, Trojan & Neu gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Michael Palm. In gesamten Gebiet sollen einmal 4 500 Menschen leben und ebenso viele arbeiten. Von den 50 Hektar werden 24 bebaut. Davon sind bis jetzt 10,6 Hektar vergeben. Auf den anderen Flächen entstehen Parks, Sportfelder, Spielplätze. Bereits fertig und bezogen ist ein Gewerbehof, der aus drei Rinderställen und einem Wagenschuppen entstand. Eine Ausbildungsstätte wird gerade für 260 Behinderte neu gebaut.Das Bauwerk-Fachmarktzentrum der Krieger-Unternehmensgruppe öffnet im Frühjahr 2002. Mittelpunkt des Stadtquartiers soll die ehemalige Rinderauktionshalle werden, in der das Edel-Versandhaus Manufactum und auch private Händler ihre Waren feilbieten wollen.ANJA KÜHL Der Entwicklungsbereich Alter Schlachthof zwischen Landsberger Allee und Eldenaer Straße gliedert sich in: Hausburg-Viertel, Thaer-Viertel, Blankensteinpark und Eldenaer Viertel/Pettenkofer Dreieck.
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