Personalie

Erster Deutscher seit 20 Jahren: Breuer übernimmt Nato-Spitzenposten

Generalinspekteur Breuer wird neuer Chef des Nato-Militärausschusses. Der deutsche Soldat setzt sich in Kopenhagen gegen eine Kanadierin durch.

2 Min
Carsten Breuer

Carsten Breuer

© Mike Schmidt/imago

Generalinspekteur Carsten Breuer wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. Der ranghöchste deutsche Soldat setzte sich in Kopenhagen gegen die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan durch.

Breuer wurde bei einer Sitzung des Gremiums in der dänischen Hauptstadt zum Nachfolger des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone gewählt, wie die Nato mitteilte. Er soll das Amt im Juli 2027 antreten. Im Falle ihrer Wahl wäre Carignan die erste Frau an der Spitze des Militärausschusses geworden.

Breuer dankte „für das in mich gesetzte Vertrauen“. Die Unterstützung der Generalstabschefs der Nato-Verbündeten bedeute ihm viel, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Im Bündnis lägen große Aufgaben für die Sicherheit und den Frieden in Europa bevor. Es werde ihm darum gehen, die Perspektiven aller Mitgliedstaaten zusammenzuführen und substanzielle militärische Ratschläge einzubringen.

Einflussreicher Posten im Bündnis

Der Vorsitzende des Militärausschusses gilt neben dem Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa als einer der einflussreichsten Militärs der Nato. Er ist wichtigster militärischer Berater des Generalsekretärs und Bindeglied zwischen den Generalstabschefs der Mitgliedstaaten und den politischen Entscheidungsgremien.

Der bislang letzte Deutsche auf dem Posten war General Harald Kujat, der von Juli 2002 bis Juni 2005 amtierte. Die Wahl Breuers gilt im Bündnis auch als Zeichen der Wertschätzung für den deutschen Beitrag zur europäischen Verteidigung. Bei den Verteidigungsausgaben liegt die Bundesrepublik nach Nato-Zahlen mit rund 125 Milliarden Euro auf Platz eins in Europa.

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Nachfolge an der Bundeswehrspitze offen

Breuer ist seit März 2023 Generalinspekteur und militärisch verantwortlich für die Umorganisation der Bundeswehr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Zuvor baute er das Territoriale Führungskommando auf und leitete den Corona-Krisenstab im Kanzleramt.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) muss in den kommenden Monaten über die Nachfolge an der militärischen Spitze der Bundeswehr entscheiden. Als möglicher Kandidat gilt Generalleutnant Christian Freuding, der Inspekteur des Heeres und frühere Chefkoordinator der militärischen Ukraine-Hilfe.

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