In Friedrichshain gibt es auf beiden Seiten der Samariterkirche eine Promenade mit einem breiten Grünsteifen und Bäumen zwischen den üblichen Häuserzeilen. Nun wird dort besagter Zaun gebaut. Als die Bauarbeiter anrückten, hörte ich, wie ein Mann zu seiner Frau sagte: „Was für eine Verschwendung von Steuergeld. Der Zaun ist doch völlig nutzlos, da können doch selbst Babys drüberklettern.“ Sie widersprach vehement und sagte: „Dieser Zaun soll keine Menschen aufhalten, sondern Tiere.“
Recht hat sie. Der schöne grüne Mittelstreifen ist bei spazierwilligen Menschen sehr beliebt. Er wird aber nicht nur zum Auf-der-Bank-sitzen-und-Buch-lesen genutzt, sondern auch zum Kacken – letzteres natürlich nicht von Menschen, sondern von Hunden, die von ihren Besitzern zu diesem Zwecke extra dort hingeführt werden.
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Leider vergessen einige Hundebesitzer immer wieder, einen Beutel mitzunehmen, um den Haufen aufzuheben und zu entsorgen. Deshalb liegt rings um die Bäume überall Hundekot, der im Sommer so sehr stinkt, dass es keinen richtigen Spaß macht, auf einer Bank zu sitzen, die nur ein oder zwei Meter entfernt ist.
Nun – mit dem Zaun – zieht es die Hunde nicht mehr an die Bäume. Die meisten Stadthunde haben offenbar keine Lust, über Hindernisse zu steigen. Und die meisten Stadthunde-Besitzer trauen sich nicht, ihre Tierchen über den Zaun zu heben. Dann wären sie ja Mittäter. Nun lassen die Hunde ihre Haufen auf den Weg fallen. Da der neuerdings aus hellem Kies besetzt, sind die nun gut zu sehen. So gut, dass wohl auch die vergesslichsten Stadthunde-Besitzer sich schämen und beim nächsten Mal doch an den Beutel denken.
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Damit ist der Zaun-Bau schon ein voller Erfolg. Und nun wird es auch noch richtig bunt. Denn an vielen Haustüren hängen Flyer der Initiative „Green Kiez“. Auf dem Zettel steht eine fachkundige Anleitung, wie die Leute sich das Stück Land um einen Baum gärtnerisch erobern und bepflanzen können. Früher hießt das Guerilla-Gardening und wurde oft als anarchischer Akt verstanden. Heute liefert eine Nachbarschaftsinitiative den Samen kostenlos an die Haustür. Und dann auch noch den Samen von passenden heimischen Pflanzen, die extra so gewählt wurden, dass sich Wildbienen und andere Insekten freuen.
Wie heißt es so schön auf dem Flyer: „Wer anderen eine Blume sät, blüht selbst auf.“ Vielen Dank für den Zaun und die Samen.
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