Es ist fast alles Gold, was glänzt

Hartmut Augustin Stefan Strauß
3 Min

Das Alter für die Rockerrente haben sie schon erreicht, doch sie spielen immer noch, und das Publikum hört sie auch immer noch sehr gern. Am Sonnabend Abend feierten die Puhdys in der ausverkauften Parkbühne Wuhlheide ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum. Das einstündige Konzert war der Höhepunkt des Open Air 2004 vom Berliner Rundfunk 91.4. Und weil Fast-Rentner nicht mehr die Puste für ein ganzes Konzert haben, brachten die Alt-Rocker ihre Kinder mit. Die Band der Söhne von Dieter Birr und Peter Meyer, Bell Book & Candle, coverte den früheren Puhdys-Hit "Melanie". Stamping Feet, dort musizieren die Söhne von Dieter Hertrampf und Klaus Scharfschwerdt, und bewiesen, dass die Musik ihrer Väter auch allein mit diversen Schlaginstrumenten getrommelt werden kann. Dass die Puhdys weitermachen wollen, daran gab es an diesem Abend keinen Zweifel. Sie sangen schon von ihrem zweiten Leben - in hundert Jahren in der Parkbühne. ----Erinnerungen an ihren Vater Juri Gagarin hat Jelena Gagarina nicht mehr. Als der sowjetische Kosmonaut 1961 als erster Mensch in dem Raumschiff Wostock in 108 Minuten die Erde umkreiste, war seine Tochter zwei Jahre alt. "Ich kann mich daran nicht mehr erinnern", sagt Jelena Gagarina. Vielleicht will sie auch nicht ständig über ihren berühmten Vater ausgefragt werden. Seit drei Jahren leitet die studierte Historikerin das Staatliche Kulturhistorischen Museum im Moskauer Kreml. Am Sonnabendabend eröffnete sie im Martin-Gropius-Bau die Ausstellung "Der Kreml - Gottesruhm und Zarenpracht". Etwa 300 prunkvolle Stücke, darunter zum Teil 800 Jahre alte Ikonen, Gemälde, Schmuckstücke, Bücher und Waffen sind bis zum September zu sehen. Hat die Chefin der Sammlung auch Lieblingsstücke? Jelena Gagarina zeigt während des Eröffnungsrundgangs heimlich auf sie: einen Spitzhelm aus Stahl, Gold und Silber, den der Zar Iwan der Schreckliche getragen hat und eine Mitra aus Gold- und Silberfäden, die sich Patriarch Iow vor etwa 500 Jahre auf den Kopf setzte. Große Begeisterung lösten die seltenen Schätze des Kremls bei Kulturstaatsministerin Christina Weiss aus: "Hier ist fast alles Gold was glänzt", sagte sie. Unter den Ausstellungsbesuchern: der Botschafter der Russischen Föderation Wladimir Kotenew, der russisch-orthodoxe Bischof von Berlin und Deutschland, Feofan und der Leiter der Kunst- und Ausstellungsshalle Bonn, Wenzel Jacob. Dort sahen die Ausstellung zuvor etwa 175 000 Besucher. ----Rappelvoll war es am Sonnabend mittag vor dem Mercedes-Benz Showroom am Kurfürstendamm. Draußen versammelten sich Lesben und Schwule zum Christopher Street Day. Im Autohaus dominierte die Männerwelt bei der Vorstellung des neuen Chrysler 300 C. Vielleicht fährt auch Schauspieler Till Demtröder bald so einem Schlitten. Er brauche ein sicheres und schnelles Auto, sagt der Serien-Schauspieler, der immer pendeln muss zwischen Hamburg ("Großstadtrevier"), Rügen ("Hallo Robbie") und Flensburg ("Der Landarzt"). TV-Moderator Jan Stecker hat den neuen Chrysler schon getestet und für gut befunden. Stecker muss es wissen: Er moderiert das Magazin "Abenteuer Auto" auf Kabel 1.------------------------------Foto: Kunstfreundinnen: Kulturstaatsministerin Christina Weiss (l.) und Kreml-Museumsleiterin Jelena Gagarina (M.) besichtigen die Ausstellung im Gropius-Bau.------------------------------Foto: Autoliebhaber: Serien-Schauspieler Till Demtröder mag schnelle Autos.------------------------------Foto: Fast-Rockerrentner: Dieter Birr beim Jubiläumskonzert der Puhdys.

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