Es kann nur einen geben!

Astrid Hegenauer
3 Min

Es war nicht nur pure Freude, die Martin Kesici am Sonntagabend empfand - sein Stimmungsbarometer schwang von Fassungslosigkeit bis Wehmut. "Ich bin schon ein bisschen traurig, dass das jetzt vorbei ist. Ich habe hier so viele neue Freunde gewonnen", sagte der Berliner. Mit zwei Punkten Vorsprung gewann der 30-Jährige bei der Fernsehshow Star Search in der Kategorie Music Act ab 16 gegen Thomas Wohlfahrt. In der Sprache der Fernsehmacher ging es um das Duell "die Engelszunge" (Kesici) gegen "the voice", die Stimme (Wohlfahrt). Völlig überrumpelt sackte Kesici in die Knie, als er schließlich das Ergebnis hörte, während die Eltern und Bruder Axel von ihren Sitzen in die Höhe schossen. "Es hat mir einfach die Beine weggehauen", erzählte der Sänger hinterher. Nur aus Spaß hatte der arbeitslose Anlagentechniker aus Reinickendorf anfangs bei dem Casting mitgemacht, natürlich hatte er schon immer Musiker werden wollen. Folgerichtig bekam Martin Kesici mit 14 Jahren eine E-Gitarre und spielte bald in einer Band. Jahrelange Arbeit, die sich jetzt auszahlt.Gastjuror Otto Waalkes war am Sonntag dann auch begeistert von Kesicis Gesangskünsten, musste aber trotzdem Sprüche klopfen: "Ich hätte nie gedacht, dass man mit so einem Bart so gut singen kann." Der langhaarige Kesici wird wegen seines gezwirbelten Barts auch der "Kinnteufel" genannt. Otto machte während der Show eine Zeichnung eines Ottifanten mit Bart und Zöpfen, die ihm später im Getummel von Fans aus der Hand gerissen wurde. Übrigens eigens für den Blödelbarden hatte Sat 1 einen Limousinenservice engagiert. Wurde er doch vor kurzem mit zu viel Promille im Blut hinterm Steuer von der Polizei erwischt. Von der Show begeistert war Ottos Frau Eva Hassmann. "Es geht hier nicht nach Äußerlichkeiten, sondern die Leute können richtig was. Ich glaube, das Publikum will auch wieder Typen und nicht so aalglatte Gesichter", sagte die Schauspielerin bei der Aftershow-Party. Für "EMKAY" - wie sich Martin Kesici nennen lässt - fiel die Party aus. Er musste am nächsten Tag früh raus. Bei ihm steht jetzt viel Arbeit an und ein Plattenvertrag vorm Abschluss. Über seine Projekte darf er aber nicht reden. Dass sein Leben ab sofort öffentlich ist, ahnte er wohl bereits Sonntag. Ununterbrochen stand der Mann im Blitzlichtgewitter. "Der Ruhm hat ja auch Schattenseiten. Ich hänge gern mit meinen Kumpels ab, aber dafür werde ich wohl erst mal keine Zeit mehr haben", sagte er nachdenklich. Und als ihn die Eltern voller Stolz in die Arme nahmen, wurden Martins Augen feucht - und eine stille Rückzugsecke war noch immer nicht in Sicht. ----Manchmal ergibt es sich und ein Schauspieler hat die Gelegenheit, in die Rolle seines Idols zu schlüpfen. Matthias Walter hat so ein Glück. Kaum hat er ein paar Folgen bei "Stubbe" mit Kollegen Wolfgang Stumph abgedreht, steht der Schauspieler am 14. September auf den Brettern vom Berliner Ensemble. Bei dem Liederabend "Zigarren" von Franz Wittenbrink mit Nina Hoss singt Matthias Walter Lieder von Mick Jagger. "Der ist einfach großartig." Mit dem Titel und damit auch mit der Qualmerei hat Walter hingegen weniger am Hut. Der Schauspieler ist eher sportsüchtig. "Ich bin vor kurzem mit dem Fahrrad von Danzig über St. Petersburg nach Helsinki gefahren", sagte er. Sein Vehikel ist aber kein superschickes Trekking-Rad. Er fährt ein stinknormales Männerrad.----"Leute"-Kolumnist Andreas Kurtz ist zurzeit im Urlaub.BERLINER ZEITUNG/TOM MAELSA Martin Kesici feierte am Sonntagabend den Sieg beim Star-Search-Finale. Der Reinickendorfer hatte den Wettbewerb gewonnen, der in den vergangenen Wochen in Adlershof aufgenommen worden war.BLZ/CHRISTIAN SCHULZ Matthias Walter ist Jagger-Fan.

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