Drohnen-Zwischenfälle

Estland verlangt von Ukraine bessere Kontrolle über Drohnen

Nach mehreren Vorfällen mit ukrainischen Drohnen im Luftraum baltischer Staaten verlangt die estnische Regierung von Kiew strengere Kontrollmechanismen.

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Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur fordert Kiew auf, seine Drohnen besser zu kontrollieren.

Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur fordert Kiew auf, seine Drohnen besser zu kontrollieren.

© Virginia Mayo/AP

Die estnische Regierung erwartet von der Ukraine eine bessere Kontrolle ihrer Drohnen, nachdem es in den vergangenen Monaten mehrfach zu Luftraumverletzungen an den Grenzen der baltischen Staaten gekommen war. Das sagte Verteidigungsminister Hanno Pevkur laut dem estnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ERR am Sonntag.

Ukrainische Streitkräfte greifen seit Januar wiederholt russische Ölumschlaganlagen an der Ostseeküste an. Mehrere Drohnen gerieten dabei laut ERR womöglich infolge russischer Störsignale auf das Gebiet baltischer Staaten und Finnlands.

Verteidigungsminister Hanno Pevkur von der Reformpartei sagte dem Medium zufolge nun: „Der einfachste Weg für die Ukrainer, ihre Drohnen von unserem Territorium fernzuhalten, wäre sicherlich, ihre Aktivitäten besser zu kontrollieren.“ Zu den möglichen Maßnahmen zählten eine Korrektur der Flugbahn sowie sogenannte Kill-Switches, die eine ferngesteuerte oder automatische Zerstörung abweichender Drohnen ermöglichten, sagte Pevkur.

Sorge vor russischer Manipulation

Außenminister Margus Tsahkna von der Partei Eesti 200 betonte laut ERR das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung, äußerte sich jedoch besorgt über mögliche schwerwiegende Zwischenfälle. Es bestehe die Gefahr, dass Russland ukrainische Drohnen unter Kontrolle bringe und in Richtung baltischer Staaten lenke, wo es auch zivile Opfer geben könnte, sagte Tsahkna.

Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha hatte am Freitag angekündigt, nach einem Gespräch mit seinem lettischen Amtskollegen die Entsendung ukrainischer Fachleute in die Region zu prüfen. Dies könne dazu beitragen, die Luftraumsicherheit der Partner unmittelbar zu stärken, erklärte er.

Drohne trifft Tanklager in Lettland

Anlass der jüngsten Debatte war ein Vorfall in der ostlettischen Stadt Rezekne, etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Dort wurden nach Angaben von Polizei und Feuerwehr vier leere Öltanks beschädigt, am Standort wurden mutmaßliche Trümmer einer abgestürzten Drohne gefunden. Anwohner berichteten der Nachrichtenagentur Reuters von Explosionen.

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Lettlands Verteidigungsminister Andris Spruds sagte, die Drohnen seien wahrscheinlich von der Ukraine gegen russische Ziele eingesetzt worden und versehentlich auf die falsche Seite der Grenze gelangt. Er forderte die Nato auf, die Luftverteidigung in der Region zu verstärken. Auch sein litauischer Amtskollege Robertas Kaunas sprach sich für zusätzliche Fähigkeiten zur Drohnenabwehr aus.

Im März waren bereits mehrere Drohnen in den estnischen Luftraum eingedrungen. Eine traf nach Angaben estnischer Behörden einen Schornstein des Kraftwerks Auvere nahe der russischen Grenze, eine weitere stürzte im Kreis Tartu ab.

Russland wirft den baltischen Staaten vor, ihren Luftraum für ukrainische Angriffe zur Verfügung zu stellen, was die Regierungen in Tallinn, Riga und Vilnius zurückweisen. Die Ukraine beschuldigt ihrerseits Russland, Drohnen gezielt in baltisches Gebiet umzuleiten.

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