EU-Bericht: Nur zwei Gewässer erhielten Minuspunkte aus Brüssel

Besser baden in Berlin

Claudia Fuchs Rouven Schellenberger
3 Min

Wer in Seen oder Flüssen der Hauptstadt baden will, kann das fast überall ruhigen Gewissens tun: Im jüngsten EU-Bericht zur Qualität der Badegewässer schneidet Berlin gut ab. Lediglich zwei von 20 Badestellen erhielten das Prädikat "unzureichend". Im Bericht vom vergangenen Jahr wurden noch neun Badestellen negativ erwähnt. Ein "gut" - die beste Wertung der EU - bekamen die Badestellen Breitehorn, Grünau, Wendenschloss, Jungfernheide, Plötzensee, Tegeler See, Ziegeleisee, Große Steinlanke, Rahnsdorf, kleiner Müggelsee, Bammelecke, Bürgerablage, Saatwinkel sowie das Strandbad Wannsee; als "unzureichend" bewertet der Bericht den Halensee und die Badestelle in Schmöckwitz. Auch diesmal stützt sich der Bericht der EU auf Werte, die vor einem Jahr ermittelt wurden - den aktuellen Zustand der Gewässer spiegelt er also nicht wieder. Robert Rath vom Landesamt für Arbeits-, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit warnt deshalb davor, die Ergebnisse überzubewerten. "Der Bericht ergibt ein falsches Bild", sagt Rath. Zum anderen sei ein "unzureichend" aus Brüssel kein Indikator dafür, dass in diesem Gewässer nicht gebadet werden sollte. "Brüssel vergibt diese Wertung bereits, wenn in der vergangenen Saison einmal die Grenzwerte überschritten wurden", sagt er. "Selbst wenn sonst alle Proben ohne Beanstandungen waren." Unter diesen Bedingungen ein "unzureichend" zu verteilen, sei nicht sinnvoll, so Rath. "Kein EU-Mitgliedsstaat kann garantieren, dass seine Badegewässer keimfrei sind." Viele Badegäste hätten Auswirkungen auf die Wasserqualität - und auch nach Niederschlägen seien die Messwerte meist schlechter. "Bei Regen wird viel Unrat ins Wasser gespült - Blattläuse, tote Vögel, Hundekacke." Derzeit ist die Qualität der Berliner Gewässer nicht zu beanstanden. Neueste Messungen an mehr als 50 verschiedenen Orten in Berlin in den vergangenen Tagen hätten keine Beanstandungen ergeben, so Rath. Überall wurden "hervorragende" Werte ermittelt. Bis auf zwei Ausnahmen, diese Badestellen erhielten aber auch noch ein "gut". Rath ist sicher: "Die Berliner Gewässer sind top." Besonders klar und sauber seien der Schlachtensee sowie der Weiße- und der Orankesee. Und irgendwann soll auch der Halensee zu den guten Seen zählen: Unter der Liegewiese wird ab kommendem Jahr eine Bodenfilteranlage gebaut. Sie soll verhindern, dass bei Regen der Dreck aus der Gegend in den See geschwämmt wird. Bis sich Wasserqualität gebessert hat, wird es aus Brüssel nur ein "unzureichend" geben."Die Qualität der Berliner Gewässer ist top. " Robert Rath, Lagetsi.Alle zwei Wochen wird getesetet // EU-Bericht: Die Europäische Union gibt jährlich einen Bericht über die Qualität der europäischen Badegewässer heraus. Er basiert auf Werten, die die Landesbehörden in der Vorjahrssaison ermittelt haben.EU-Badestellen: Bewertet werden im Bericht nur so genannte EU-Badestellen - zumeist bewirtschaftete Freibäder mit vielen Besuchern. In Berlin gibt es 20 EU-Badestellen.Messstellen: Gebadet wird jedoch an deutlich mehr Orten in der Stadt. Auch dort wird die Wasserqualität regelmäßig geprüft, die Ergebnisse aber nicht in den EU-Bericht aufgenommen. In Berlin werden an mehr als 50 Orten regelmäßig Proben genommen.Badesaison: Nach EU-Recht dauert die Badesaison vom 15. Mai bis 15. September. In dieser Zeit muss an jeder Badestelle alle zwei Wochen die Wasserqualität untersucht werden.Tests: Zuständig ist das Landesamt für Arbeits-, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (Lagetsi). Analysiert werden die Wasserproben im Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen.Analyse: Untersucht werden z. B. Phosphat- und Nitratgehalt sowie der Anteil von Fäkalkeimen. Werden zulässige Werte überschritten, können die Behörden ein Badeverbot aussprechen. Der Wert muss in einem zweiten Test überprüft werden.Weitere Infos unter www. badegewaesser. berlin. de.BERLINER ZEITUNG/MAX LAUTENSCHLÄGER Das Wasser in Berlins großer Badewanne hat eine sehr gute Qualität. Da sind sich Brüssel und Berlin einig. Sie geben dem Wannsee Spitzenprädikate .

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