Europäische Union

„Eher das Ende der Welt als das Ende der EU“: Wie Brüssel das Denken dominiert

Der Publizist Thomas Fazi über das System der EU-Milliarden für NGOs und Universitäten – und die Versuche, das Denken zu steuern. Ein Interview.

9 Min
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen setzt auf die gezielte Förderung von NGOs.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen setzt auf die gezielte Förderung von NGOs.

© Jean-Francois Badias/AP/dpa

Hat sich die Europäische Union (EU) eine eigene Propagandamaschinerie aufgebaut? Der Journalist und Analyst Thomas Fazi erhebt einen brisanten Vorwurf: Mit milliardenschweren Förderprogrammen, gezielten Finanzströmen und wachsendem Einfluss auf NGOs, Medien und Wissenschaft forme Brüssel nicht nur Politik, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung. 

Fazis Recherchen zeichnen das Bild eines weitverzweigten Systems, in dem Förderung und politische Agenda eng miteinander verknüpft sind. Im Interview spricht der Investigativjournalist über Macht, Narrative – und die Frage, wie viel Raum für Widerspruch in Europas Demokratie noch bleibt.

Herr Fazi, Sie behaupten, dass die EU eine regelrechte „Propagandamaschine“ entwickelt habe. Auf welche Analysen und konkrete Daten stützt sich dieser Vorwurf?

Meine Untersuchung basiert auf einem Bericht, den ich für den ungarischen Thinktank MCC Brussels erstellt habe und der sich mit der Analyse der Finanzflüsse an Nichtregierungsorganisationen befasst. Bis dahin hatte niemand diese Mittel systematisch und quantitativ erfasst. Es gab ein allgemeines Bewusstsein dafür, dass viele sogenannte NGOs in Wirklichkeit parastaatliche oder parasupranationale Strukturen sind, doch ein Gesamtbild fehlte.

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