Asylpolitik

EU-Statistik: Frankreich und Italien überholen Deutschland bei Asylanträgen

Auch EU-weit gehen die Antragszahlen deutlich zurück. In Deutschland kommen die meisten Asylbewerber aus Afghanistan, Syrien und der Türkei.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Die Zahl der Asylanträge ist in Deutschland und europaweit in diesem Jahr deutlich zurückgegangen.

Die Zahl der Asylanträge ist in Deutschland und europaweit in diesem Jahr deutlich zurückgegangen.

© Julian Stratenschulte/dpa

Deutschland ist in diesem Jahr nicht mehr das Hauptzielland für Asylsuchende in Europa. In den EU-Staaten sowie in Norwegen und der Schweiz wurden von Januar bis September 452.969 Asylanträge gestellt. Das sind 24,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als noch 598.575 Anträge registriert worden waren.

Die Zahlen stammen aus einem bislang unveröffentlichten Dokument der EU-Kommission vom 1. Oktober, über das die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Grundlage sind Daten der EU-Asylagentur EUAA.

Frankreich und Italien liegen vorn

An der Spitze liegt in diesem Jahr Frankreich mit 98.822 Anträgen, gefolgt von Italien mit 78.496. Deutschland folgt mit 70.257 Anträgen auf Rang drei. Die wenigsten Anträge verzeichneten Malta mit 294, die Slowakei mit 131 und Ungarn mit 83.

Die meisten Antragsteller in Deutschland kamen laut AFP aus Afghanistan mit einem Anteil von 23 Prozent, aus Syrien mit zwölf Prozent und aus der Türkei mit zehn Prozent. EU-weit sowie in Norwegen und der Schweiz stellten vor allem Menschen aus Afghanistan, Venezuela und Bangladesch Anträge. 12.182 Anträge kamen von Menschen aus der Ukraine, knapp die Hälfte davon wurde in Frankreich gestellt.

Dobrindt sieht Maßnahmen wirken

Auch in Deutschland setzt sich der Rückgang fort. Im September gingen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 5276 Asylerstanträge ein, 40 Prozent weniger als im September vergangenen Jahres. Das teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mit.

„Der deutliche Rückgang der Asylzahlen zeigt: Unsere Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene wirken“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Die EU setze den Kurs „zur Wendung des Asylsystems“ fort, unter anderem mit einem Krisenreaktionsmechanismus und Schnellverfahren an den Außengrenzen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner