Der frühere Staatschef der DDR, Egon Krenz, hat sich zum Krieg Russlands gegen die Ukraine geäußert. Im Interview mit der NZZ sagte Krenz: „Jede neue Waffenlieferung ist eine neue Lizenz zum Töten.“ Und weiter: „Alles hat seine Vorgeschichte. Solange diese nicht aufgeklärt wird, so lange wird es keinen Frieden geben.“
Krenz ging auch auf sein positives Verhältnis zu Ostdeutschen ein. Manche von ihnen würden in ihm jemanden sehen, der sich nicht von seinen Idealen abgekehrt habe, auch wenn er heute über vieles anders denke als noch vor 30 Jahren. Er sei kein „Wendehals“ geworden, was Menschen an ihm zu schätzen wüssten, so Krenz, dessen erster Memoiren-Band am Montag erschienen ist.
Egon Krenz: Das chinesische Volk ist auf einem guten Weg
Krenz zufolge war die Auflösung der UdSSR „Willkür“. Dies begründet der ehemalige SED-Funktionär so: „Die Präsidenten Russlands, der Ukraine und Weißrusslands trafen sich im weißrussischen Urwald und erklärten das Land für aufgelöst. Dann riefen sie den US-Präsidenten an und informierten Michail Gorbatschow, dass es seinen Staat nicht mehr gebe.“
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Ferner freut sich Krenz über die Entwicklung Chinas: „Über 800 Millionen Chinesen wurden in kurzer Zeit aus der Armut geholt, das Volk ist auf einem guten Weg.“ Auf die Frage, wie er zur Überwachung des chinesischen Volkes durch den Staat, Verfolgung politischer Gegner und Internierung von religiösen Minderheiten steht, sagt Krenz: „Wir sollten uns hüten, unsere eurozentrische Sicht zum Maßstab für alle Erscheinungen auf der Erde zu machen.“ Die Chinesen würden Krenz zufolge nicht religiöse Minderheiten verfolgen, sondern sich „gegen Terrorismus und separatistische Bewegungen“ zur Wehr setzen.
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