Nach einer schweren Explosion und dem Einsturz eines Wohnhauses in der Athener Altstadt Plaka am Freitag werden fünf Menschen vermisst. Die Detonation ereignete sich nach Angaben der griechischen Feuerwehr am frühen Morgen gegen 7.30 Uhr in einem Haus in der Lysikratous-Straße, nur wenige Meter vom Hadrianstor entfernt.
Einsatzkräfte suchen mit Spürhunden, Wärmebildkameras und schwerem Gerät in den Trümmern nach einem älteren Ehepaar aus dem Obergeschoss sowie nach drei Touristen, die eine darunter gelegene Ferienwohnung gemietet hatten, wie die dpa berichtete.
Ob sich die Vermissten zum Zeitpunkt des Unglücks tatsächlich im Gebäude aufhielten, ist nach Angaben einer Sprecherin der Feuerwehr gegenüber der Nachrichtenagentur AFP noch unklar.
Das Gebäude stürzte teilweise ein, ein Feuer brach aus, drei Menschen wurden verletzt, darunter ein leicht verletzter Passant, wie der Sender ERTNews berichtete. Mehrere angrenzende Häuser wurden durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogen, an Fassaden, Türen und Fenstern entstanden noch in mehr als 100 Metern Entfernung Schäden.
Gasleck als mögliche Ursache
Als mögliche Ursache prüfen die Ermittler ein Leck in einer Gasleitung im Inneren des Hauses. Der Athener Vizebürgermeister für Bauwesen, Paris Charlaftis, sagte im Sender ERT, erste Hinweise deuteten auf eine Störung oder ein Gasleck in der Nacht hin – belastbare Schlüsse seien aber erst nach Abschluss der Untersuchungen durch die Brandermittler möglich.
Der Netzbetreiber Enaon EDA teilte mit, Prüfteams seien vor Ort und arbeiteten mit den Behörden zusammen. Gasversorgung und Strom im betroffenen Bereich wurden abgeschaltet.
Große Schäden im Touristenviertel
Anwohner berichteten griechischen Medien, die Explosion sei in weiten Teilen der Innenstadt zu hören gewesen. Eine große Rauchwolke stieg über dem Viertel auf, Fensterscheiben zersprangen, Autos wurden durch Trümmer und Flammen beschädigt. Viele Menschen hätten zunächst an ein Erdbeben oder einen Sprengsatz gedacht.
Nach Angaben von Vizebürgermeister Charlaftis ist das eingestürzte Haus vollständig zerstört. Auch das direkt angrenzende Gebäude aus dem Jahr 1880 könnte nach einer Begutachtung als unbewohnbar eingestuft werden. Die Polizei sperrte das Gebiet unterhalb der Akropolis weiträumig ab.
Durch die engen Gassen der Plaka strömen täglich zehntausende Touristen. Zum Zeitpunkt der Explosion am frühen Morgen waren die Straßen noch vergleichsweise leer.
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