Rüstung

US-Bericht: F-35 kämpft mit Problemen – Pistorius hält am Kauf fest

Der US-Rechnungshof kritisiert Verzögerungen und Defizite beim F-35-Programm. Berlin setzt dennoch auf den Kampfjet – auch als Symbol für die enge Rüstungskooperation mit Washington.

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Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hält am Kauf der F-35 Kampfjets fest.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hält am Kauf der F-35 Kampfjets fest.

© Kay Nietfeld/dpa

Ein Bericht des US-Rechnungshofs hat erneut erhebliche Probleme beim F-35-Programm des Rüstungskonzerns Lockheed Martin aufgezeigt. Nach Angaben des Government Accountability Office (GAO) verzögern sich zentrale Modernisierungsschritte des Tarnkappenjets, weil Hardware- und Softwareprobleme den Zeitplan bremsen. In dem im September veröffentlichten Bericht heißt es, das Verteidigungsministerium wolle den Umfang des sogenannten „Block 4“ reduzieren, um neue Funktionen „in einem vorhersehbareren Tempo“ zu liefern.

Nach Darstellung des Fachportals Responsible Statecraft bedeutet diese Formulierung, dass auf mehrere der ursprünglich versprochenen Kampffunktionen verzichtet wird. Dazu gehören laut GAO geplante Verbesserungen bei elektronischer Kriegsführung, Waffensystemen, Kommunikation und Navigation. Bereits zuvor hatte die Behörde wiederholt über Verzögerungen, Kostensteigerungen und technische Defizite berichtet.

Pistorius hält trotz Problemen am F-35-Kauf fest

Trotz der anhaltenden Probleme hält Verteidigungsminister Boris Pistorius am Kauf von insgesamt 35 dieser Kampfjets fest. „Die USA sind und bleiben für uns ein wichtiger Verbündeter, auch für die Ausrüstung der Bundeswehr“, sagte Pistorius der Deutschen Presse-Agentur im März. Zweifel an der Zuverlässigkeit der US-Regierung unter Präsident Donald Trump wies er zurück. Das Projekt zeige, wie eng die Industrien beider Länder verflochten seien. „Es ist ein multinationales Projekt. Wesentliche Teile der F-35 werden außerhalb der USA gefertigt“, so Pistorius.

Die F-35 gilt als zentral für die geplante Modernisierung der Luftwaffe. Deutschland will das Modell ab Ende des Jahrzehnts als Trägersystem für US-Atomwaffen im Rahmen der nuklearen Teilhabe einsetzen. Das Verteidigungsministerium wies zuletzt Berichte zurück, wonach die Flugzeuge aus der Ferne durch die USA deaktiviert werden könnten. „Das ist nicht zutreffend“, erklärte ein Sprecher.

Das Zehn-Milliarden-Euro-Paket für 35 F-35-Kampfjets, Ersatzteile, Wartung und Munition zahlt Deutschland aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Ab 2026 sollen die F-35 an die Luftwaffe geliefert werden. Die Luftwaffe übernimmt sie in den USA, dort werden dann die Piloten ausgebildet.

Rheinmetall ist an der Produktion beteiligt, indem es in Weeze (NRW) eine Fabrik betreibt, in der zentrale Rumpfmittelteile für die F-35 gefertigt werden. Diese Fabrik wurde Ende Juli 2025 eröffnet und ist Teil der Kooperation mit dem US-Unternehmen Northrop Grumman, das im Rahmen des F-35-Projekts die Hauptfertigung verantwortet.

Ein F-35 Tarnkappenjet der Rüstungsschmiede Lockheed Martin bei der Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin.

Ein F-35 Tarnkappenjet der Rüstungsschmiede Lockheed Martin bei der Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin.

© Britta Pedersen/dpa

Die Pannenserie der F-35

Seit ihrer Einführung war die F-35-Kampfjetfamilie von mehreren schweren Zwischenfällen betroffen. Meist überlebten die Piloten, doch die Unfälle werfen Fragen zur Zuverlässigkeit des teuersten Rüstungsprojekts der Welt auf.

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Bekannte Abstürze und Unfälle

  • 28. September 2018 – South Carolina (USA):
    Eine F-35B des US Marine Corps stürzt bei Beaufort während eines Trainingsflugs ab. Der Pilot kann sich mit dem Schleudersitz retten. Ursache: technisches Versagen im Treibstoffsystem. (Quelle: US Marines, SimpleFlying)
  • 9. April 2019 – Pazifik, vor Japan:
    Eine F-35A der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte stürzt ins Meer. Der Pilot kommt ums Leben. Ursache: räumliche Desorientierung.
    (Quelle: Japanisches Verteidigungsministerium, NHK)
  • 19. Mai 2020 – Eglin Air Force Base, Florida (USA):
    Eine F-35A der US Air Force verunglückt beim Landeanflug. Der Pilot überlebt. Ursache laut Bericht: Pilotenfehler in Kombination mit unzureichender Fluggeschwindigkeit.
    (Quelle: US Air Force Accident Investigation Board, SimpleFlying)
  • 15. November 2021 – Mittelmeer:
    Eine britische F-35B der Royal Navy stürzt kurz nach dem Start vom Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth ins Meer. Der Pilot rettet sich mit dem Schleudersitz. Ursache: Schutzabdeckung wurde versehentlich nicht entfernt, Triebwerk saugte sie an.
    (Quelle: UK Ministry of Defence)
  • 19. Oktober 2022 – Hill Air Force Base, Utah (USA):
    Eine F-35A der 388th Fighter Wing stürzt bei der Landung ab. Der Pilot überlebt mit leichten Verletzungen. Ursache: fehlerhafte Steuerungsdaten im Flugkontrollsystem. (Quelle: US Air Force Accident Investigation Board)
  • 17. September 2023 – Charleston, South Carolina (USA):
    Eine F-35B des US Marine Corps fliegt nach einer Notauslösung des Schleudersitzes unbemannt weiter und stürzt 60 Kilometer entfernt ab. Das Wrack wird erst einen Tag später gefunden. (Quelle: US Marines, BBC, Responsible Statecraft)
  • 28. Januar 2025 – Eielson Air Force Base, Alaska (USA):
    Eine F-35A stürzt bei einem Trainingsflug ab. Der Pilot kann sich retten. Ursache: Vereisung in Hydraulikleitungen; Fahrwerk fuhr nicht aus, Flugzeug ging in Fehlmodus über. (Quelle: US Air Force / Pacific Air Forces Accident Report 2025)
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