Das Geschehen auf der Kantstraße am Donnerstagmittag erinnert an eine Wildwest-Szene: Eine Frau hat gerade bei einer Bank 15.000 Euro abgehoben und fährt mit ihrem Volvo los. Zwei Trickdiebe folgen ihr in einem VW. Dann signalisieren ihr die beiden Männer, dass sie anhalten soll, denn ein Reifen an ihrem Volvo sei platt, behaupten sie.
Als die Frau aussteigen will, um nachzuschauen, reißen die Täter die Tür des Wagens auf und greifen sich die Tasche mit dem Geld. Dann springen sie in ihr Auto.
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Ein Beamter der Bundespolizei, der zufällig in Zivil in einer anderen Sache im Einsatz ist, wird Zeugen des Geschehens. Er stellt sich vor das Fluchtfahrzeug. Doch dessen Fahrer gibt Gas und fährt auf den Beamten zu. In letzter Sekunde kann er sich mit einem Sprung zur Seite retten.
Der Bundespolizist gibt noch mehrere Schüsse auf das Fluchtfahrzeug ab. Ein Reifen soll getroffen worden sein. Trotzdem entkommen die Täter in Richtung Bahnhof Zoologischer Garten.
Die Polizei hat aber das Kennzeichen des Fluchtautos. „Wir bitten alle Berlinerinnen und Berliner und alle Gäste der Stadt, die einen VW mit Hamburger Kennzeichen im Umfeld der Kantstraße feststellen, sich unverzüglich über den Notruf mit der Polizei in Verbindung zu setzen“, sagt Polizeisprecher Florian Nath auf dem Behördenkanal der Polizei Berlin bei X.
Die Masche der bislang unbekannten Täter erinnert an die von Trickdieben, die im Bereich des Kurfürstendamms und der Kantstraße mutmaßlich wohlhabende Autofahrer ausspionieren. Erst im Oktober vergangenen Jahres verurteilte das Amtsgericht Tiergarten zwei Männer und eine Frau aus Neapel zu Haftstrafen. Sie hatten sich auf einem Motorroller Fahrern teurer Autos genähert und die Fahrer dazu gebracht, die Fensterscheibe herunterzulassen. Dann entrissen sie ihnen die hochwertigen Armbanduhren.
Obwohl das Trio verurteilt wurde, sind nach Angaben von Fahndern weitere Täter mit dieser Masche am Werk. Die Polizei geht davon aus, dass im Bereich der City West international organisierte Banden operieren. Denn nach Angaben von Ermittlern führen auffällig viele Verbindungen nach Neapel, was auch die Europäische Polizeibehörde Europol beschäftigt. Die geht davon aus, dass derartige Taten von der neapolitanischen Camorra europaweit gelenkt würden – was allerdings nicht bedeute, dass die Täter selbst Angehörige der Camorra sein müssen.
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