Fahrpreiserhöhungen für Busse im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen

Zweckverband bündelt regionale Kraft

Martina Hasselmann
3 Min

Dahme-Spreewald. Mit dem Zweckverband "Öffentlicher Personennahverkehr Lausitz/Spreewald" soll sich die Attraktivität der Buslinien in der Region für die Fahrgäste erhöhen. Erste Veränderungen sind zum Fahrplanwechsel im Sommer 1997 geplant.Vor wenigen Wochen stimmte der Kreistag zu, gemeinsam mit den Landkreisen Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und der kreisfreien Stadt Cottbus einen Zweckverband zur Koordinierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu bilden. Anfang 1997 soll er arbeitsfähig sein.Ziel ist es, damit den zunehmenden Verwaltungsaufwand der einzelnen Landkreise für diese Aufgabe zu reduzieren und Verbesserungen für die Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln anzubieten. "Das reicht von abgestimmten Fahrplänen und Tarifen bis zu einheitlichen Fahrscheinen und verbesserten Anschlußmöglichkeiten", erklärt der Beauftragte des Landkreises für den ÖPNV, Eberhard Linke. Mit dem Fahrplanwechsel 1997/1998, so hofft er, sollen erste kundenfreundliche Veränderungen zu spüren sein.Zu befürchten seien im nächsten Jahr aber auch höhere Fahrpreise im Bus. Nicht der geplante Zweckverband sei daran Schuld, so Eberhard Linke, sondern die Landespolitik. "In Potsdam wird derzeit eine Senkung der Zuschüsse für den ÖPNV von 90 auf 70 Millionen Mark erwogen. Auf dieser Basis würde unser Landkreis über eine Million Mark weniger erhalten." Das Defizit müsse auch durch "moderate Preissteigerungen" wettgemacht werden. "Nicht etwa 30 oder 40 Prozent, aber möglicherweise ein Zehntel mehr ist künftig zu zahlen", so Linke. Zumal die regionalen Verkehrsunternehmen laut ÖPNV-Gesetz des Landes verpflichtet seien, kostendeckend zu arbeiten. Kommunale Zuschüsse seien zwar möglich, aber angesichts der angespannten Haushaltslage allerorten immer schwieriger zu gewähren.Die verschiedenen neuen Tarifmodelle für den geplanten Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, die gegenwärtig für Diskussionsstoff sorgen, sind nach Meinung des ÖPNV-Beauftragten "nicht akzeptabel". "Das sind Entwürfe, die noch nicht spruchreif sind und weiter überarbeitet werden müssen", schätzt er als Vertreter des Landkreises im Beirat der Gesellschafter und des Aufsichtsrates zur Vorbereitung dieses großen Verkehrsverbundes ein. Kreis- und landesübergreifende Linien sollen in dessen Regie einen einheitlichen Standard erhalten, von den Abfertigungssystemen bis zum Service für die Fahrgäste.Den regionalen Zweckverband hält er auch deshalb für wichtig, um damit regionale Interessen im großen Verbund kräftiger vertreten zu können. "Gegen den Willen der Gebietskörperschaften werden utopische Tarifvorstellungen von BVG und S-Bahn nicht durchzusetzen sein", bekräftigt er.Zumindest einen "kleinen Erfolg" habe der Landkreis kürzlich in Verhandlungen mit der Bahn-AG erreicht. "Ein Zugpaar der Regionalbahn KW-Schönefeld-Potsdam verkehrt jetzt wieder täglich. Das ist zwar immer noch zuwenig, aber besser als gar nichts", so Linke. Zum Fahrplanwechsel im Juni 1996 hatte die Bahn diese Teilstrecke trotz heftiger Proteste vorübergehend eingestellt. +++

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