Ein langjähriger Freund des Vaters des getöteten achtjährigen Fabian hat die Angeklagte im Prozess vor dem Landgericht Rostock belastet. Der Vater habe ihm gegenüber zunächst selbst einen Tatverdacht gegen seine damalige Partnerin geäußert.
Das habe der Vater ihm am 14. Oktober 2025 „klipp und klar“ gesagt, sagte der 38-Jährige am Mittwoch als Zeuge. An jenem Tag war Fabians Leichnam an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt worden. Anfang dieses Jahres habe der Vater ihm dann mitgeteilt, dass er nicht mehr an eine Täterschaft der 30-Jährigen glaube, solange kein Beweis für ihre Schuld vorliege.
Fabians Vater, der jahrelang mit der Angeklagten liiert war und nach eigenen Angaben nach einer vorübergehenden Trennung wieder mit ihr zusammen ist, verfolgte die Aussage im Gerichtssaal. Bei seiner Vernehmung am zweiten und dritten Prozesstag hatte er entsprechende Angaben gegenüber der Polizei zurückgewiesen.
Vorwurf von sechs Messerstichen
Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Die Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger im August äußern. Fabians Mutter nimmt als Nebenklägerin an dem Prozess teil, der bis zum 10. September terminiert ist.
Die Angeklagte hatte den Leichnam nach eigener Aussage am 14. Oktober beim Spaziergang mit dem Hund gefunden und die Polizei alarmiert. Nach Aussagen weiterer Zeugen war sie bereits am 13. Oktober zweimal mit je einem Bekannten am späteren Fundort gewesen.
Gerichtshelferin schildert Gespräch
Eine Gerichtshelferin, die im Januar mit der Angeklagten gesprochen hatte, sagte, die 30-Jährige habe teils „emotional wie abgeschnitten“ gewirkt. Auf die Frage nach dem Tatvorwurf habe die Angeklagte geantwortet, sie solle etwas getan haben, was sie nicht getan habe. Der Kontakt zu ihren Pferden sei intensiver gewesen als zu Menschen, so die Zeugin.
Eine Tierärztin berichtete, die Angeklagte habe sich sorgfältig um ihre fünf Pferde gekümmert und Rechnungen in Höhe von rund 8000 Euro seit 2021 zügig beglichen. Wenige Tage nach dem Auffinden von Fabians Leiche habe die Angeklagte ihr per Sprachnachricht mitgeteilt, sie habe mit der Tat nichts zu tun und den Jungen lediglich gefunden.
Ein früherer Arbeitgeber sagte aus, das Teilzeitverhältnis in einem Reitsportgeschäft sei im Juni 2024 beendet worden, nachdem Mitarbeiter die Angeklagte beim Diebstahl ertappt hätten. Die 30-Jährige bezieht wegen psychischer Erkrankung eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Der Prozess wird am Donnerstag mit der Vernehmung von fünf Bekannten und Nachbarn fortgesetzt. (mit dpa)
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