Fall Assange

UN-Sonderberichterstatter wirft Großbritannien Folter vor

Assange leide „unter extremen Angstzuständen und Stresszuständen“.

BLZ
2 Min
Julian Assange im Mai 2019

Julian Assange im Mai 2019

© afp

Auf seinen Brief, in dem er die britische Regierung auf diese Missstände hingewiesen habe, habe er nur eine ausweichende Antwort erhalten, sagte Melzer weiter. Erst nach fünf Monaten habe die Regierung reagiert. „Wenn ich einen offiziellen Brief schreibe und ein Staat antwortet so abschlägig, dann ist das meistens an Anzeichen dafür, dass er sich bewusst ist, dass er sich hier nicht korrekt verhält“, fügte Melzer hinzu.

Assange wurde psychischer Folter ausgesetzt

Der UN-Sonderberichterstatter wiederholte zudem seine Foltervorwürfe. Assange zeige „alle Symptome, die typisch sind für eine Person, die psychischer Folter ausgesetzt ist“. Der 47-Jährige leide „unter extremen Angstzuständen und Stresszuständen, in denen Personen nicht mehr schlafen oder sich entspannen können“. Die psychische Folter sei über Monate hinweg durch den internationalen Druck verübt worden, sagte Melzer.

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Für Donnerstag ist in Großbritannien eine Anhörung im Verfahren über Assanges mögliche Auslieferung an die USA angesetzt. Der Australier ist in den USA wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Ihm droht eine lebenslange Gefängnisstrafe. Assange sitzt seit April in Großbritannien eine fast einjährige Gefängnisstrafe wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen ab.

Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London versteckt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Inzwischen hat die schwedische Justiz die Vorwürfe fallen gelassen. (afp)

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