Falsche Polizisten erbeuteten bei Senioren 1,2 Millionen Euro
Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft sollen die beiden verhafteten Männer im Alter von 58 und 40 Jahren für die Betrügerbande von Bremen aus die „Abholer“ und „Transporteure“ der Beute rekrutiert und den Weitertransport in die Türkei organisiert haben. Dabei sollen sie das Geld teilweise selbst auch ins Ausland geschafft haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden sogenannten Logistiker an einer Vielzahl von Taten im gesamten Bundesgebiet beteiligt waren. Haftbefehle erhielten die Männer zunächst wegen vier Taten in Berlin, Köln und Hildesheim.
Ein Opfer hinterlegte für die Betrüger 50.000 Euro in einem Park
Wie die Staatsanwaltschaft Berlin mitteilte, gelang es den Beschuldigten, ein Opfer dazu zu bringen, einen Bargeldbetrag von 50.000 Euro in einem Kölner Park zu hinterlegen. Die Täter hatten ihrem Opfer eingeredet, das gesamte Ersparte müsse von der Polizei gesichert werden. In drei weiteren Fällen konnte die Beute dagegen vor der Übergabe gesichert werden, weil die Senioren sich an die echte Polizei wandten.
In dem letzten Fall, der zur Festnahme der beiden Betrüger führte, gelang es den Ermittlern, einen Kurier mit der Beute von Berlin nach Bremen zu verfolgen. „Zuvor war ein 74-jähriger Mann in Neukölln telefonisch von einem falschen Polizisten vor einem möglichen Einbruch in seine Wohnung gewarnt und aufgefordert worden, seine Wertsachen zur Sicherung durch die Polizei vor seiner Haustür abzulegen“, erklärte ein Polizeisprecher. Da Fahnder den Transport der Beute von Berlin nach Bremen überwachten, konnten sie bei der Übergabe die beiden Tatverdächtigen festnehmen.
Anrufer aus der Türkei benutzen falsche Telefonnummer der Berliner Polizei
Bei der ausgeklügelten Vorgehensweise arbeiten die Betrüger laut Polizei in einer streng hierarchisch strukturierten Bande. Demnach rufen die Mitglieder mit der Telefonnummer „030-110“ von einem Callcenter in der Türkei aus ältere Menschen in ganz Deutschland an. Die Anrufer geben sich als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus. Die Betrüger warnen die Senioren mit einer geschickten Gesprächsführung und in einem sehr guten Deutsch vor angeblich geplanten Angriffen auf ihr Vermögen. Schließlich fordern sie ihre Opfer auf, ihr Erspartes schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen, indem sie dieses an vorgegebenen Orten der Polizisten übergeben. Bei der Übergabe tauchen dann rekrutierte falsche Polizisten auf, die das Geld an die Hintermänner in der Türkei weiterleiten.
„Die in der Regel betagten Geschädigten sind aufgrund eingeschränkter kognitiver und sensorischer Fähigkeiten und einer zumeist geringen Stresstoleranz während des gesamten Tatablaufes völlig überfordert“, erklärte ein Polizeisprecher.
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