Rapper

Rund 30 Jahre nach Tupac Shakurs Tod: Angeklagter wegen Mordes für schuldig befunden

Vor fast 30 Jahren wurde der US-Rapper Tupac Shakur bei einem Schussangriff tödlich verletzt. Nun gibt es ein Urteil.

3 Min
Ein Foto von Tupac Shakur (l.) und Marion „Suge“ Knight aus dem Jahr 1996 wird während des Prozesses gezeigt.

Ein Foto von Tupac Shakur (l.) und Marion „Suge“ Knight aus dem Jahr 1996 wird während des Prozesses gezeigt.

© Steve Marcus/POOL/AFP

Rund 30 Jahre nach dem Tod des US-Rappers Tupac Shakur ist der frühere Gang-Anführer Duane Davis verurteilt worden. Eine Jury im US-Bundesstaat Nevada sprach den 63-Jährigen am Montag des Mordes ersten Grades unter Einsatz einer tödlichen Waffe schuldig, wie die Nachrichtenagenturen AP und Reuters berichten.

Davis droht laut Reuters bei der für den 13. Oktober angesetzten Verkündung des Strafmaßes eine lebenslange Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung. Der Angeklagte habe nach dem Urteil dem Richter mitgeteilt, dass er Berufung einlegen wolle. Davis war vorgeworfen worden, die tödlichen Schüsse auf Shakur im Jahr 1996 organisiert zu haben.

Streit zwischen rivalisierenden Gangs

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatten Shakur und Begleiter am Abend des 7. September 1996 in Las Vegas den Neffen von Davis verprügelt. Staatsanwalt Binu Palal sagte laut AP, Davis habe daraufhin eine Waffe besorgt und sich mit mehreren Männern auf die Suche nach Shakur und dem Mitbegründer des Labels Death Row Records, Marion „Suge“ Knight, gemacht.

Davis soll sich in einem weißen Cadillac befunden haben, aus dem später auf das Fahrzeug von Shakur und Knight geschossen wurde, und die Waffe an die Männer auf der Rückbank weitergegeben haben. Wer die Schüsse abgab, wurde von der Staatsanwaltschaft nicht benannt. Die drei weiteren Männer, die laut Anklage mit Davis im Cadillac saßen, sind inzwischen gestorben, berichtet Reuters.

Davis war Anführer der South Side Compton Crips, einer Gang aus der Gegend von Los Angeles. Mob Piru, eine rivalisierende Gang, war laut Reuters mit Shakur und seinem Musiklabel Death Row Records verbunden. Die Gang-Rivalitäten bildeten dem Bericht zufolge den Hintergrund für den Konflikt, der der Tat vorausging.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Staatsanwaltschaft verwies auf Aussagen von Davis

Die Ermittler hatten Davis laut Reuters schon lange im Zusammenhang mit dem Fall im Blick. Für eine Anklage fehlten ihnen demnach zunächst ausreichende Beweise. Dann habe Davis jedoch öffentlich über seine Version der Ereignisse gesprochen.

Im Prozess stützte sich die Staatsanwaltschaft unter anderem auf Davis' eigene Aussagen. Beispielsweise hatte Davis den Berichten zufolge in Interviews erklärt, sich in dem weißen Cadillac befunden und eine Waffe an die Personen auf der Rückbank weitergegeben zu haben. Wer die Schüsse abgab, nannte er nicht.

Davis' Verteidiger Michael Sanft stellte laut AP die Glaubwürdigkeit dieser Aussagen infrage. Er argumentierte, die Schilderungen seines Mandanten seien nicht durch physische Beweise bestätigt und teilweise aus Gründen der Selbstdarstellung und des Geldverdienens entstanden. Zudem verwies er auf aus seiner Sicht fehlerhafte Ermittlungen und fehlende Unterlagen, wie Reuters berichtet.

Shakur war am 7. September 1996 in Las Vegas angeschossen worden. Sechs Tage später starb der damals 25-Jährige laut AP an seinen Verletzungen. Knight, der sich ebenfalls im Wagen befand, überlebte den Angriff.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner