Alles wird teurer – auch fast alle Tickets für den Nahverkehr in Berlin und Brandenburg. Wer mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), der S-Bahn Berlin und den anderen Unternehmen unterwegs ist, zahlt vom 1. Januar 2027 an höhere Fahrpreise. Eine Ausnahme gibt es aber: Der Preis des Einzelfahrausweises für Berlin bleibt unverändert.
An diesem Donnerstag hat der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) die intern erarbeitete Preistabelle zur Kenntnis genommen. Mit durchschnittlich 3,72 Prozent fällt die Tarifsteigerung diesmal deutlich niedriger aus als ein Jahr zuvor.
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Fahrrad in der Bahn: Auch das wird 2027 teurer
Der Einzelfahrschein für Berlin, zwei Stunden gültig, kostet auch im kommenden Jahr vier Euro. Dies war bereits in den vergangenen Wochen klar geworden. Offensichtlich halten die Tarifplaner die Möglichkeiten zur Preiserhöhung für ausgereizt. Dagegen verteuert sich das Berliner Kurzstreckenticket 2027 von 2,80 auf 2,90 Euro.
Für die Berliner Vier-Fahrten-Karte, die derzeit 12,40 Euro kostet, werden ab Januar 13,20 Euro fällig. Die 24-Stunden-Karte kostet statt 11,20 Euro auf 11,50 Euro. Der Preis der 24-Stunden-Karte für Kleingruppen bis zu fünf Personen steigt von 35,30 auf 36 Euro.
Eine junge Frau schiebt ihr Fahrrad in einen Regionalexpresszug von DB Regio. Auch für Fahrradtickets ist im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg 2027 mehr zu bezahlen.
© Michael Hanschke/dpa
Obwohl es seit Mai 2023 das Deutschlandticket gibt, findet die teurere Umweltkarte weiterhin Käufer. Im Gegensatz zu dem bundesweiten Stammkundenticket ist sie übertragbar, und abends sowie an Wochenenden dürfen weitere Fahrgäste gratis mitgenommen werden.
Der Monatspreis der Umweltkarte Berlin AB wird von 113 auf 117,20 Euro angehoben. Fest steht auch: Das Ausbildungsticket für das Berliner Stadtgebiet verteuert sich von 74,10 auf 76,90 Euro.
Auch wer sein Fahrrad in die Bahn mitnimmt, muss von Januar an mehr zahlen. Für den Einzelfahrausweis Fahrrad Berlin AB (dieses Tarifgebiet umfasst die gesamte Stadt) sind statt 2,70 ab Januar 2,80 Euro zu bezahlen. Die Fahrrad-Monatskarte für Berlin, die momentan 14,60 Euro kostet, schlägt im kommenden Jahr mit 15,10 Euro zu Buche.
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Fahrt von Berlin zum Flughafen BER kostet xxxx Euro
Beispiele für Tickets zwischen Berlin und dem Umland (Tarifgebiet ABC). Wer zum Beispiel von Berlin zum Flughafen BER fahren will, zahlt statt fünf Euro ab Januar 5,20 Euro. Die Vier-Fahrten-Karte h kostet statt 16,80 künftig 17,60 Euro. Der Preis der 24-Stunden-Karte, für die heute 12,90 Euro fällig wird, wird auf 13,20 Euro erhöht.
Mit 132 Euro ist der Monatspreis der Umweltkarte Berlin ABC schon jetzt mehr als doppelt so teuer wie das Deutschlandticket. Zum 1. Januar 2027 steigt der Tarif weiter: Dann werden für das übertragbare Monatsticket 136,90 Euro verlangt. Die Monatskarte Ausbildung Berlin ABC, die heute noch 95,70 Euro kostet, verteuert sich auf 99,30 Euro.
Auch im Tarifgebiet Berlin und Umland müssen Radfahrer mehr zahlen, wenn sie ihr Zweirad mitnehmen. Für den Einzelfahrausweis Fahrrad Berlin ABC, der derzeit noch mit 3,30 Euro zu Buche schlägt, werden ab Januar 3,40 Euro verlangt. Die Fahrrad-Monatskarte Berlin ABC, die jetzt 18,20 Euro kostet, steht mit 18,90 Euro auf der Liste.
Die Planer des flächenmäßig größten Verkehrsverbunds Deutschlands haben vereinbart, ihren „Tarifmaßnahmen“ einen Index zugrunde zu legen. Dieser Wert fließt in die Berechnungen ein, in welchem Maße die einzelnen Fahrpreise angehoben werden. Er beschreibt, in welchem Umfang Kraftstoff- und Stromkosten sowie Verbraucherpreise in den vergangenen fünf Jahren gestiegen sind.
Zum 1. Januar 2025 wurden die Fahrpreise dagegen um 7,53 Prozent angehoben, im Vergleich zu 2027 eine doppelt so hohe Steigerungsrate . Zum 1. Januar 2024 belief sich die Preiserhöhung auf 6,7 Prozent.
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Ticketpreise haben sich seit 2007 verdoppelt
So viel steht fest: In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Nutzung des Nahverkehr deutlich teurer geworden. Das zeigen Zahlen, die der Senat der Grünen-Fraktion auf deren Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Die Tabellen erlauben Vergleiche bis zurück ins Jahr 2007.
2007 kostete ein Einzelfahrausweis für Berlin 2,10 Euro. Mit vier Euro kostet eine Fahrt heute fast doppelt so viel wie vor mehr als 19 Jahren.
Weitere Beispiele: Für die 24-Stunden-Karte Berlin AB wurden 2007 noch 5,80 Euro berechnet. Dieses Ticket kostet ab Januar 2027 nun mehr als doppelt so viel. Ein weiteres Beispiel ist die Umweltkarte Berlin AB. Sie kostete 2007 pro Monat 67 Euro. Im kommenden Jahr wird der Monatspreis um drei Viertel höher liegen.
Parkende Autos auf der Fischerinsel in Mitte. Die Parkgebühren in Berlin sind gestiegen. Dagegen wurde der Bewohnerparkausweis 2008 deutlich preiswerter.
© Jens Kalaene7dpa
Das Berlin-Ticket S, auch als Sozialticket bekannt, ist dagegen im Vergleich zu 2007 preiswerter geworden. Wurden damals noch 33,50 Euro pro Monat bekannt, sind es derzeit 27,50 Euro. Allerdings kostete diese Monatskarte für das Stadtgebiet zwischendurch nur neun Euro.
Wie sieht es mit den Autofahrern aus? Die Parkgebühren für Kurzparker blieben von 2007 bis 2022 konstant, teilte Verkehrs-Staatssekretär Arne Herz (CDU) auf die Anfrage der Grünen hin mit. Zum 1. Januar 2023 wurden die Tarife dann in allen einzelnen Preisstufen linear erhöht.
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Gebühr für Berliner Parkvignette deckt Kosten kaum
Der Bewohnerparkausweis, auch als Parkvignette bekannt, wurde dagegen deutlich preiswerter. Bis Ende Juli 2008 berechneten die Bezirksämter für einen Parkausweis mit einjähriger Geltungsdauer 30,70 Euro. Eine Vignette, die bis zu zwei Jahre gilt, kostete 51,10 Euro. Zum 1. August 2008 sank die Verwaltungsgebühr auf 20,40 Euro für zwei Jahre. Auf ein Jahr umgerechnet sind es 10,20 Euro.
Dieses Entgelt deckt allerdings die Kosten, die in der Verwaltung anfallen, nicht in vollem Umfang. 2013 betrugen die so genannten Stückkosten für eine Anwohnervignette 17,79 Euro, teilte Staatssekretär Herz mit. In diesem Jahr sind es bereits 39,08 Euro.
In Hamburg werden für einen Bewohnerparkausweis für ein Jahr im Online-Verfahren 65 Euro berechnet. In München kostet er 30, in Frankfurt am Main 120 Euro. In Köln werden je nach Fahrzeuglänge zwischen hundert und 120 Euro fällig, so die Senatsverwaltung.
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Der Preis des Deutschlandtickets wird woanders festgelegt
Wichtig zu wissen: Beim Verkehrsverbund VBB geht es nicht um das Deutschlandticket, das in Berlin besonders beliebt ist. Für den Preis des Stammkundentickets, das derzeit 63 Euro und in der Job-Version 44,10 Euro pro Monat kostet, sind die Verkehrsminister der Bundesländer zuständig. Auch dort wird nach einem Index entschieden, der die Preisentwicklung abbildet.
Im Herbst soll feststehen, wie viel das Deutschlandticket im kommenden Jahr kostet. Beobachter rechnen, dass der Monatspreis auf 66,40 Euro steigt - plus/minus 20 Cent.
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