Automobilinustrie

„Fauler Kompromiss“: Experten kritisieren EU-Kurs beim Verbrenner-Aus

Die EU-Kommission will die CO2-freie Flottengrenze von 100 auf 90 Prozent reduzieren. Autoexperten sehen darin den Erhalt eines „Schwebezustands“.

Lukas Kuite Flynn Jacobs
7 Min
Der Verkehr staut sich wie gewöhnlich auf der A9 südlich von Nürnberg in Richtung München.

Der Verkehr staut sich wie gewöhnlich auf der A9 südlich von Nürnberg in Richtung München.

© Daniel Vogl/dpa

Auf den ersten Blick klingt es nach einer Kehrtwende: Die EU-Kommission denkt laut über eine Aufweichung des Verbrenner-Aus ab 2035 nach. Künftig könnten statt 100 nur 90 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge CO2-frei sein. Das berichtete die Bild am Freitag zuerst. Der dpa wurde aus Kommissionskreisen bestätigt, dass die Behörde vorschlagen will, auch nach 2035 Neuwagen mit Verbrenner-Technologie zuzulassen.

Doch würde eine Absenkung auf 90 Prozent CO2-Reduktion den Herstellern tatsächlich mehr Spielräume für neue Verbrennerstrategien eröffnen – und wirklich etwas gegen den anhaltenden Stellenabbau in der deutschen Automobilindustrie bewirken? Oder stellt sich die Maßnahme am Ende eher als eine industriepolitische Mogelpackung heraus? Die Berliner Zeitung hat bei führenden Autoexperten nachgefragt.

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