Nur vier Konzerte gibt die US-Band R.E.M. dieses Jahr in Deutschland. Nach einem erfolgreichen Start dieser Mini-Tour am Dienstag in Hamburg war am Freitagabend der Auftritt in der Waldbühne dran. Er begann mit dem "Finest Worksong". Doch während sich in der Hansestadt die Regenwolken beim Konzertbeginn verzogen, regnete es in Berlin zu diesem Zeitpunkt - und wie. Mit der kalten Dusche hatten viele Besucher der ausverkauften Freilichtbühne offenbar gerechnet, Schirme und Plastikumhänge waren angesagte Accessoires. Wer keine Karten mehr bekam, hat nur noch am Sonnabend in München oder am 19. Juli in Wiesbaden die Chance, die Band um Sänger Michael Stipe, der auch schon als Filmproduzent (von "Being John Malkovich") in Erscheinung getreten ist, zu erleben. Stipe ist bei Songs wie "Losing My Religion" mit so viel Energie dabei, dass er bisweilen sogar (wie in Hamburg geschehen) von seinen Bandkollegen von der Bühne getragen werden muss.----Ein Völkchen, das sich einen Titel wie "Erbarme, zu spät, die Hesse komme" zur inoffiziellen Landeshymne wählt, muss Humor haben. Und so schlägt man eine Einladung zum Hessenfest in Berlin schon wegen der kabarettistischen Einlage (diesmal vom irrsinnig komischen hessischen Telefonterroristen Bodo Bach alias Robert Treutel) nicht einfach aus. Also tummelten sich am Donnerstagabend fast 1 500 Gäste in Haus und Garten der Landesvertretung. Ministerpräsident Roland Koch begrüßte viele von ihnen am Eingang per Handschlag. Beim gemeinsamen Foto mit CDU-Chefin Angela Merkel hatten beide dann übrigens gut damit zu tun, Fotografenzurufe wie "Etwas enger bitte!" und "Stoßen Sie doch mal mit ihren Weingläsern an!" zu ignorieren. Man musste automatisch daran denken, wie einige Leute das Wort Feind steigern: Feind, Todfeind, Parteifreund. Mit Skepsis sieht Hans-Peter Wodarz, Inhaber des Restauranttheaters "Pomp Duck and Circumstance", die große Zahl von Sommerfesten: "Da muss man sich wirklich nicht wundern, wie schlecht es der Gastronomie geht. Die Leute können wochenlang fast jeden Abend gratis essen und trinken. Und wenn dann mal an einem Abend nichts los ist, sitzen sie bräsig zu Hause." In der Landesvertretung Hessens hängen nun Glasmalereien der Berliner Malerin Elvira Bach, auf die der Ministerpräsident mit erkennbar angeberischer Absicht hinwies. Wobei er aus Elvira allerdings Eva machte. Vielleicht lag es an den Äpfeln, die in Anspielung auf den Äppelwoi von der Künstlerin in ihr Werk eingebaut worden waren.----Als neuer Geschäftsführer des Restaurants "Felix" unter dem Adlon-Palais in der Behrenstraße muss Dominic von Werthern sich manche Frotzelei gefallen lassen. Sehr beliebt ist zum Beispiel die Frage, was er denn verbrochen habe, dass er in einem fensterlosen Restaurant Chef wurde. Er nimmt so etwas mit Humor: "Das muss ja wirklich eine Menge gewesen sein." Und weist dann ganz entschieden jedes Mitleid zurück, denn schließlich befindet sich sein Büro ja im Hotel Adlon und hat sogar ein Fenster.---Die Phase der Vorfreude für den Berliner Sänger Ben ("Engel") dürfte nun fast drei Monate dauern: Am 20. September erhält er in Ludwigshafen die Goldene Stimmgabel in der Kategorie "Shooting Star" überreicht. Und weil man sich für Auszeichnungen artig bedanken sollte, wartet Ben bis zur Gala "Goldene Stimmgabel" mit der Veröffentlichung seiner neuen Single "Kleider machen Leute".--- leute Telefon 23 27 53 96 Telefax 23 27 51 14.BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER Singin in the Rain: R. E. M. - Sänger Michael Stipe verausgabte sich am Freitagabend in der ausverkauften Waldbühne.BERLINER ZEITUNG/CHRISTIAN SCHULZ In seiner Paraderolle als Bodo Bach sorgte Robert Treutel beim Hessenfest für Amüsement.
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