Wahlkampf

„Weil du dumm bist“: Banaszak wird in Sachsen-Anhalt von Wähler angegangen

Ein Bürger geht den Felix Banaszak in Wernigerode scharf an. Der Grünen-Chef spricht über den Wahlkampf im Osten.

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Bei einem Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt kam es zu einer Konfrontation zwischen Felix Banaszak (Grüne) und einem Wähler.

Bei einem Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt kam es zu einer Konfrontation zwischen Felix Banaszak (Grüne) und einem Wähler.

© Chris Emil Janssen/imago

Bei einem Wahlkampfauftritt in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) hat ein Bürger Grünen-Chef Felix Banaszak scharf angegangen. Ein Video des Vorfalls machte danach die Runde. In der ntv-Sendung „Pinar Atalay" sagte der Grünen-Politiker: „Das ist nicht repräsentativ, das ist nicht die Regel“, sagte der Grünen-Chef über den Moment in Sachsen-Anhalt.

Zu dem Auftritt seien mehr als 100 Menschen gekommen, berichtete Banaszak in der ntv-Sendung. Darunter seien auch einige gewesen, die den Grünen skeptisch gegenüberstünden. „Aber mit denen kann man normal ins Gespräch kommen“, sagte er.

Was bei dem Wahlkampf-Auftritt in Wernigerode geschah

Ein Bürger jedoch attackierte ihn scharf. Das Video davon verbreitete sich anschließend im Netz. „Wir werden euch auch ausbeuten, bis zum Letzten, das kannst du mir glauben! Und dein Name, der steht in meinem Kopf drin,“ rief der Mann. 

Ich weiß nicht genau, warum Sie so aggressiv sind, antwortet Banaszak. „Weil du dumm bist“, so der Mann. „Sie sind der lebende Beweis dafür, dass es sich lohnt, dass wir im Wahlkampf hier unterwegs sind“, so Banaszak. Währenddessen rief der Mann immer wieder dazwischen. „Merken Sie sich dieses Gesicht seht gut, Sie werden es noch öfter sehen“, sagte Banaszak zum Abschluss, als sich der Mann zum Gehen abwandte.

Wie Banaszak reagiert

Banaszak nahm den Vorfall gelassen. Die Begegnung sei zwar „eine unangenehme Situation“ gewesen, sagte er. „Aber man sollte sich dem nicht entziehen“.

Er habe sich bewusst für einen Wahlkampf entschieden, bei dem er die direkte Begegnung suche – statt „von der großen Bühne in Distanz zu den Leuten herunterzureden“.

Seinen Kurs will Banaszak nicht ändern. „Ich werde niemanden pauschal verloren geben“, sagte er. Es gehe darum, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen und sich „nicht immer weiter verhärten und auseinandertreiben zu lassen“.

AfD bei 43 Prozent: Wie steht es vor der Landtagswahl?

Die Ausgangslage vor der Wahl ist angespannt. In einer Umfrage der Agentur für Wahl- und Meinungsforschung pollytix kommt die AfD auf 43 Prozent und damit auf einen neuen Höchststand.

Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt ist Ulrich Siegmund. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt der Befragung zufolge bei 23 Prozent.

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Auf Platz drei folgt die Linke. Die SPD käme mit sieben Prozent in den Landtag, die Grünen mit fünf Prozent ebenfalls – wenn auch knapp. Das BSW (vier Prozent) und die FDP (zwei Prozent) würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Zum Vergleich: 2021 holte die CDU noch 37,1 Prozent, die AfD 20,8 Prozent. Seitdem hat die AfD ihren Anteil verdoppelt, die CDU mehr als ein Drittel ihrer Wähler verloren. Gewählt wird am 6. September.

Zögen SPD und Grüne in den Landtag ein, erreiche die AfD auch mit 42 oder 43 Prozent keine absolute Mehrheit der Sitze. „Wenn die beiden rausfallen, kann das passieren“, so Banaszak. Es lohne sich deshalb, bei der Wahlentscheidung die Mehrheitsverhältnisse genau zu betrachten.

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