Nach einer Serie von Gewalttaten durch Jugendgruppen in Brandenburg wächst der Druck auf Politik und Behörden. Während die Polizei mit Festnahmen und Sonderermittlungen reagiert, offenbart ein Stimmungsbild in der Potsdamer Bevölkerung eine tiefsitzende Verunsicherung – und Kritik an versäumter Prävention.
Die Übergriffe durch Jugendgangs in Potsdam und Frankfurt (Oder) haben juristische Konsequenzen: Wie die Polizeidirektion Ost bestätigte, befinden sich derzeit fünf Potsdamer Jugendliche in Untersuchungshaft. Als Haftgründe gelten unter anderem Wiederholungs- und Verdunklungsgefahr. Die Beschuldigten sollen versucht haben, Zeugen unter Druck zu setzen.
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) gab bekannt, dass im Zuge der Ermittlungen insgesamt 35 Tatverdächtige identifiziert wurden – 25 in Potsdam sowie zehn in Frankfurt (Oder). Redmann rief Zeugen, die sich von Tatverdächtigen unter Druck gesetzt fühlen, dazu auf, Drohungen oder entsprechende Beobachtungen konsequent zur Anzeige zu bringen: „Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die was gesehen haben, sich aber nicht trauen, weil sie Angst haben. Bringen Sie das, was Sie wissen, zur Anzeige.“
Gewalt
Jugendbanden terrorisieren Potsdam: „Abends sollte man prinzipiell nicht rausgehen“
Migrantengruppen verprügeln Jugendliche. Behörden melden nun Ermittlungserfolge. Doch die Verunsicherung sitzt tief, das Problem besteht seit langem. Ein Bericht von vor Ort.
4 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Die Gewalttaten in Potsdam häufen sich.
© Emil Umdorf/imago
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*