Nahe dem internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad sind am Samstag Flammen und eine große schwarze Rauchsäule aufgestiegen. Das berichtete ein Augenzeuge laut Reuters. Ein von der Nachrichtenagentur veröffentlichtes Bild und zeigte demnach Rauch über einem Treibstofflager am King Khalid International Airport.
In den sozialen Medien verbreiteten sich Videos, die ebenfalls eine Rauchsäule in der Nähe des Flughafens zeigen sollen. Das Medienbüro der saudischen Regierung ließ eine Anfrage dem Bericht zufolge zunächst unbeantwortet.
Bereits in der Nacht hatte der saudische Zivilschutz für Riad und die östlich gelegene Stadt Al-Kharj vor möglicher Gefahr gewarnt. Journalisten von Reuters und AFP hörten zwei Explosionen, später gaben die Behörden Entwarnung. Nach Angaben von AFP war es der erste Alarm in der Hauptstadt, seit sich der Konflikt im Nachbarland Jemen im Juli verschärft hat.
Kurz zuvor hatte ein Militärsprecher der Huthi erklärt, man habe in Sanaa von Saudi-Arabien gesteuerte „kriminelle Versuche“ vereitelt, und eine Antwort angekündigt. Die Huthi werfen Riad vor, Dutzende Luftangriffe auf ihre Stellungen im Jemen geflogen zu haben. Ob die Huthi-Miliz für den aktuellen Vorfall verantwortlich ist, war zunächst nicht offiziell bestätigt.
Küstenabschnitt unter Kontrolle
Der mutmaßliche Angriff fällt in eine Phase schneller Eskalation. Vor gut einer Woche stießen die vom Iran unterstützten Huthi entlang der Küste des Roten Meeres nach Süden vor. Sie nahmen die Hafenstadt Mokha ein und besetzten mehrere Inseln nahe der Meerenge Bab al-Mandab, durch die in Friedenszeiten rund zwölf Prozent des Welthandels laufen. Die Offensive hat den seit zwölf Jahren andauernden Bürgerkrieg neu entfacht und die Treibstoffpreise weltweit steigen lassen. Heftig gekämpft wird auch um die Stadt Marib in der gleichnamigen ölreichen Provinz. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Vertriebenen auf rund 125.000.
Angriffe auf Ölanlagen
Parallel beschießen die Huthi saudische Ölanlagen und Tanker. Anfang September wurden bei Angriffen auf Städte im Süden des Königreichs, darunter Abha und Dschasan, nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Koalition 73 Menschen verletzt. In Dschasan war bereits im August ein Brand in einer Raffinerie von Saudi Aramco ausgebrochen, zu dem sich die Huthi bekannten. Am Donnerstag kam nach saudischen Angaben ein Mensch durch Trümmer einer abgefangenen Drohne ums Leben. Die Huthi fordern, dass Riad die Blockade der von ihnen kontrollierten Gebiete aufhebt.
Huthis nutzen KI Claude für Raketen – Anthropic schlägt Alarm
Der Kronprinz Mohammed bin Salman wollte Saudi-Arabien neu erfinden: Was ist davon übrig?
Die USA, wichtigster Verbündeter Saudi-Arabiens, halten sich bislang heraus. Washington ist seit Ende Februar in den Krieg mit dem Iran verwickelt, der mit amerikanisch-israelischen Angriffen begann. Saudische Schiffe nahmen sie von dieser Zusage ausdrücklich aus. Eine Bitte von Kronprinz Mohammed bin Salman um amerikanische Militärhilfe soll Präsident Trump laut Axios abgelehnt haben.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]