Es war still geworden um Rosenstolz. Seit Februar ist das Berliner Pop-Duo nicht mehr aufgetreten, selbst die für den Spätsommer geplanten Konzerte in der Wuhlheide sagte man ab, obwohl das Berliner Publikum Peter Plate und AnNa R. doch immer so zuverlässig feierte. Grund sei Peter Plate oder vielmehr sein Burn-Out-Syndrom. Erste Gerüchte über das Ende der Band, die Mitte der 90er-Jahre Schwulst-Pop zum Mainstream gemacht hat, kursierten. Mondän-Pop nannte man das damals. Alben wie "Die Schlampen sind müde", "Zucker" oder "Kassengift" verkauften sich hervorragend. Vier Echos (die letzten beiden schon nicht mehr für ihre Musik, sondern für ein Video, beziehungsweise für ihr Engagement für die Aids-Hilfe), zwei Cometen und eine Goldene Kamera brachte das in der mittlerweile 18 Jahre währenden Bandkarriere ein.Im Laufe dieser Jahre sind Peter Plate und AnNa R., das schwule musikalische Mastermind, das aus der niedersächsischen Provinz in die große Stadt geflüchtet war und seine stets sexy-gestylte Sängerin aus Friedrichshain, zu einem "Teil von Berlin" geworden, wie eine Zeitung schreibt. Das ist ein Zustand, bei dem es schon ganz egal ist, von welcher Qualität die Musik eigentlich ist. Selbst jener Teil des Feuilletons, der dem Duo anfangs noch zugeneigt war, hat sich längst abgewendet. Geblieben ist Klaus Wowereit, der sogar gelegentlich gefühlige Album-Kritiken veröffentlicht. ("Noch softer als die Alben davor. Ich habe es mit Genuss gehört.")Da tauchte Anfang des Monats Peter Plate bei einer Filmpremiere auf. "Mir geht es viel besser", wurde der 42-Jährige danach zitiert. Bald wolle man wieder zusammen arbeiten. Ja, ja. Bald, bald. Und nun das: Da ließ sich die 39-jährige Sängerin AnNa R. ungeschminkt und ungestylt aber mit reichlich proletiger, fetter Oberarm-Tätowierung vor einer Bar fotografieren. Und das bei einer Frau, die immer so viel Wert auf aparte Optik legt. Diesmal aber war sie durch die Erkrankung ihres Partners im (Zwangs)-Urlaub und das Foto wirklich gemein unvorteilhaft. Der Boulevard nimmt eben immer besonderen Anteil, wenn Helden fallen. Prompt las man, dass sich Fans massiv Sorgen um die Zukunft machten. Als dann das Forum auf der Internetseite des Duos schloss, schien das alles zu sagen.Nichts sagt das, sagt Roberto Monden, Manager von Rosenstolz. "Es geht beiden wirklich gut. Und Rosenstolz macht natürlich weiter", sagt er. War also alles am Ende nur eine PR-Kampagne, um mal wieder ins Gespräch zu kommen?Auf der Homepage stellen sich die Musiker als Opfer dar, die durch eine schwere Zeit müssten, die aber auch wieder zu Ende gehe: "Das Sommerloch hat zugeschlagen - und wir sind dicke drin", schreiben Peter Plate und AnNa R. "Der Mond nimmt ab und zu, und geht doch immer wieder auf. Und genauso haben auch wir vor wiederzukommen. Aber jetzt ist gerade Pause und darum schweigen wir", ist dort weiter zu lesen. Zu hören sind Rosenstolz wieder ab 11. September, wenn die Single "Ich bin mein Haus" erscheint.------------------------------Foto: Gestylte AnNa. Rosenstolz bei einem Konzert im Dezember vorigen Jahres.
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