WM 2026

Fifa-Skandal und enttäuschte US-Fans: Bumerang fürs Sternenbanner

Das Ballyhoo um Balogun geht nicht spurlos an den US-Boys vorbei, die sich mit ihrer schwächsten Turnierleistung aus der WM verabschieden – wackelt nun auch das Vermächtnis für den Soccer in Amerika?

Frank Hellmann
5 Min
WM-Aus des Co-Gastgebers im Achtelfinale: Enttäuschte US-Fans nach der 1:4-Niederlage gegen Belgien.

WM-Aus des Co-Gastgebers im Achtelfinale: Enttäuschte US-Fans nach der 1:4-Niederlage gegen Belgien.

© IMAGO/BONNIE CASH

Der patriotisch angehauchte Amerikaner wendet sich von Sportereignissen schnell ab, wenn der Griff nach Gold misslingt. Aber er geht auch ohne jede Verbitterung, denn das nächste Event kommt bestimmt. Aus einer Location wie dem „LikeMinds“ in Atlanta nur einen Steinwurf vom Geburtshaus von Martin Luther King Jr. entfernt, sind die Menschen nach dem Achtelfinalaus gegen Belgien (1:4) bereits zum Ausgang geströmt, als die Bilder der enttäuschten US-Nationalspieler noch auf der Leinwand und den vielen Fernsehern liefen. So wie fast überall in den USA hatte auch die Olympiastadt von 1996 nach einem weiteren Sieg ihrer neuen Lieblinge gelechzt, doch bis im Fußball die amerikanischen Männer eine Weltmeisterschaft gewinnen, wird es noch dauern.

Trotzdem ist an der Westküste in Seattle auch Sportgeschichte geschrieben worden, leider ein düsteres Kapitel, für das mal wieder der US-Präsident Donald Trump und Fifa-Chef Gianni Infantino in einem der schlimmsten Doppelpässe der WM-Historie gesorgt hatten. Sofort zoomte das Weltbild daher im Lumen Field auf den Mann, der eigentlich gar nichts für konnte, dass der Abschied des letzten Gastgebers mit einem Schandfleck versehen ist: Folarin Balogun, kurz vor Schluss ausgewechselt, hatte trotz seiner ausgesetzten Sperre das Ausscheiden nicht verhindert. Vorausgegangen war offenbar mal wieder ein „Deal“, zumindest ein Telefongespräch zwischen den Kumpels Trump und Infantino.

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