Film und deutsche Geschichte

„Lieber Thomas“: Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin

Ein wichtiger, sehr guter Film über das Schreiben, das Lieben und das Leiden an der deutschen Wirklichkeit, wie der Dichter Thomas Brasch es empfand.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
6 Min
„Lieber Thomas“: Albrecht Schuch spielt den Dichter Thomas Brasch (1945–2001).<br>

„Lieber Thomas“: Albrecht Schuch spielt den Dichter Thomas Brasch (1945–2001).

© Zeitsprung Pictures/Wild Bunch Germany/Peter Hartwig

Brasch wurde 1945 in England geboren, wo die Eltern, beide Juden und Kommunisten, im Exil waren. Er wuchs in die DDR hinein als Sohn eines SED-Funktionärs, der an den Sozialismus glauben wollte und diesen Glauben an eine gerechtere Gesellschaft, in der keine Nazis mehr auf Posten kommen können, seiner Familie einimpfen wollte. Thomas Brasch sollte von dieser Impfung als ältester von vier Geschwistern (Klaus wurde 1950, Peter 1955 und Marion 1961 geboren) offenbar die größte Dosis abbekommen, wurde er doch bereits als Elfjähriger auf die Kadettenschule der Nationalen Volksarmee geschickt.

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