BERLIN, 12. Juli. Das Bundesfinanzministerium hat seinen Widerstand gegen Pläne des Wirtschaftsressorts bekräftigt, wonach auch Privatleuten künftig gestattet werden soll, Handwerkerrechnungen von der Steuer abzusetzen. "Das passt überhaupt nicht in unser steuerpolitisches Konzept", sagte ein Ministeriumssprecher der "Berliner Zeitung". Ziel seines Hauses sei der Abbau der Steuerlast und von Vergünstigungen sowie ein transparenteres Steuersystem. Dem würde der Vorstoß des Wirtschaftsressorts widersprechen. Außerdem sei die Frage der Gegenfinanzierung noch völlig ungeklärt.Laut Staatssekretärin Margareta Wolf (Grüne) erarbeitet das Wirtschaftsministerium derzeit eine Kabinettsvorlage, die die Absetzbarkeit von privaten Handwerkerrechnungen vorsieht. Damit soll die grassierende Schwarzarbeit in Deutschland bekämpft werden. Der Sprecher des Finanzministeriums sagte, dass dieses Ziel vermutlich eher erreicht werde, wenn die Kontrollen gegen Schwarzarbeiter verschärft würden.Widerstand gegen die Pläne zu einem Steuerbonus für Handwerker kommt inzwischen auch aus den Ländern. Niedersachsens Finanzminister Heinrich Aller (SPD) sagte, es handele sich um einen "frechen Versuch der Selbstbedienung auf Kosten der Allgemeinheit". (thk.)
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