Jetzt bekommen die Telefonzellen der Telekom Konkurrenz. Die Bonner Firma Tele-Ruf will bis zum Jahresende 40 eigene Münzfernsprecher im gesamten Berliner Stadtgebiet aufstellen. Von ihnen soll das Telefonieren billiger sein als bei der Telekom. Die ersten fünf "Haubentelefone" sind in Tempelhof (Marienfelder und Tempelhofer Damm) und in Steglitz (Eleonorenstraße) in Betrieb. "Tagtäglich kommen jetzt neue Standorte hinzu", sagt Tele-Ruf-Geschäftsführer Stefan Martinstetter. In einem Jahr soll es in Berlin etwa 200 blaue Telefonzellen geben. Die Bezirksämter haben die Genehmigungen erteilt und verlangen monatliche Gebühren von 200 Mark für jeden Standort. Äußerlich sind die neuen Telefonplätze gut zu erkennen: In auffälligem Blau und mit einem durchsichtigen Runddachbogen unterscheiden sie sich gut von den Telekom-Zellen. Zukünftig sollen die blauen Münztelefone mit einem Bildtelefon und Internetanschluss gekoppelt werden.Neuer TarifErstmals hat das Dienstleistungsunternehmen, das bereits in 15 Städten eigene Telefonplätze betreibt, in Berlin einen neuen Tarif eingeführt: Orts- und Ferngespräche kosten nur zehn Pfennig für eine Zeiteinheit von dreißig Sekunden. Kurztelefonierer profitieren davon. "Die meisten Telefongespräche auf der Straße, wie etwa ein Taxiruf, sind sehr kurz", sagt Martin- stetter. Wer allerdings Längeres zu besprechen hat, telefoniert in den Telekom-Zellen günstiger. Obwohl die Telekom in Berlin bereits 6 500 öffentliche Telefonzellen betreibt (davon etwa 1 000 Münztelefone) und fast jeder ein eigenes Handy besitzt, glaubt Geschäftsführer Martinstetter an die Zukunft der Münzfernsprecher. "Viele Ausländer und Asylbewerber bekommen keine Kartenverträge für ein Handy, wollen aber trotzdem telefonieren", sagt Martinstetter. Außerdem verlange man von den Kunden "nur Kleingeld" und keine Telefonkarte. Befürchtungen, die neuen Anlagen könnten aufgebrochen und zerstört werden, hat der Tele-Ruf-Geschäftsführer nicht. "Das kommt bei uns sehr selten vor", sagt er.
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