Beschmiert präsentieren sich zum ersten Jahrestag der Umbenennung der Reichssportfeldstraße in Flatowallee mehrere Straßenschilder. Am 21. Februar 1997 waren hier die beiden jüdischen Berliner Turner Gustav Felix und Alfred Flatow geehrt worden, die 1896 in Athen mehrere Olympiasiege für Deutschland errangen. Beide verhungerten im KZ Theresienstadt. Mit der Umbenennung der 1936 von den Nazis kreierten "Reichssportfeldstraße", die von der Heerstraße zum Olympiastadion führt, war ein jahrzehntelanger politischer Streit offiziell zu Ende. Anwohner, unterstützt von der Bezirks-CDU, hatten sich vehement gegen den neuen Namen gewehrt. Die Vorbehalte schwelen offensichtlich weiter: Nach Auskunft des Tiefbauamtes mußten im vergangenen Jahr sechsmal neue Schilder hergestellt werden, weil die alten verschandelt oder gestohlen wurden. Mehrere Strafanzeigen blieben bislang ohne Ergebnis. (sk.) MITTE: TANZSCHULE SCHMIDT. Das Berliner Verwaltungsgericht hat entschieden, daß die Tanzschule Schmidt an der Rosenthaler Straße unter Einschränkungen wieder geöffnet werden kann. Der große Tanzsaal bleibt allerdings wegen mangelhafter Fluchtwege versiegelt. Zwei kleinere Räume dürfen von Gruppen bis 50 Personen bis ein Uhr nachts genutzt werden. Betreiberin Sibylle Schmidt muß beim Bauamt Mitte eine genaue Betriebsbeschreibung einreichen. (se.)FRIEDRICHSHAIN: BAUSTADT- RÄTIN WEHRT SICH. Nachdem sie Interviews wochenlang verweigert hatte, meldete sich gestern erstmals die Baustadträtin Martina Albinus-Kloss (parteilos für PDS) zu Wort und griff in den Streit um den Sonderausschuß zum Abriß der Rigaer Straße ein. Der Ausschuß hatte ihr mehrheitlich Versäumnisse vorgeworfen. Die Rigaer Straße 27 war im Januar 1996 zunächst illegal abgebrochen worden; später hatte Albinus-Kloss den Abriß genehmigt. Ihre Entscheidung sei "fachlich und rechtlich fundiert gewesen", schreibt die Baustadträtin: Es bleibe "der bittere Beigeschmack, daß es ausschließlich darum ging, meine Person in der Öffentlichkeit zu diskreditieren". (se.)PRENZLAUER BERG: AUFRUF. Bezirksbürgermeister Reinhard Kraetzer ruft erneut dazu auf, für den geplanten Kinderbauernhof Geld zu spenden. Im Mauerpark an der Kopenhagener Straße soll auf rund 900 Quadratmetern ein Refugium entstehen, in dem Großstadtkinder den Umgang mit Natur spielend erlernen können. Baubeginn soll in diesem Frühjahr sein. Finanziert wird das Projekt vor allem aus Privatmitteln, für die auch "Stifterbriefe" ausgegeben werden. Noch fehlen etwa 100 000 Mark. Interessierte können sich informieren bei der Bezirksamts-Pressestelle unter Tel. 42 40 23 06. (sk.)
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