Großeinsatz

Fliegerbomben-Alarm am Bahnhof Köpenick: Bauarbeiter stößt auf verdächtigen Gegenstand

Bahnhof gesperrt, S-Bahn-Verkehr zwischen Wuhlheide und Köpenick eingestellt. Die Feuerwerker der Polizei nehmen den Gegenstand schließlich mit.

2 Min
Der S-Bahnhof Köpenick wird seit längerer Zeit umgebaut. Hier sollen künftig auch Regionalzüge halten.

Der S-Bahnhof Köpenick wird seit längerer Zeit umgebaut. Hier sollen künftig auch Regionalzüge halten.

© Matthias Koch/imago

Große Aufregung am Morgen am S-Bahnhof Köpenick: Seit mehr als drei Jahren ist der Bahnhof eine Großbaustelle. Gegen 8.30 Uhr stießen Bauarbeiter am Montag auf einen metallischen Gegenstand. Die für die S-Bahn-Strecken zuständige Bundespolizei sperrte daraufhin den Bahnhof ab. Zunächst wurde nur der Zugverkehr zwischen Wuhlheide und Köpenick unterbrochen.

Doch es bestand der Verdacht, dass es sich um eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte. Die Entschärfung einer Weltkriegsbombe vor Ort hätte eine wesentlich weiter reichende Sperrung und die Evakuierung dicht besiedelter umliegender  Wohngebiete bedeutet.

Der Kampfmittelräumdienst des Berliner Landeskriminalamtes rückte an – und konnte Entwarnung geben. „Der Verdacht einer Fliegerbombe hat sich nicht bestätigt“, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Berlin. Der Kampfmittelräumdienst habe den Gegenstand als transportfähig eingestuft und ihn mitgenommen. Laut Polizei wurde der S-Bahn-Verkehr gegen 10.10 Uhr wieder aufgenommen. Eine Sprecherin der Landespolizei sagte, man wisse noch nicht, um was für einen Gegenstand es sich handele. Er werde derzeit auf dem Sprengplatz Grunewald untersucht.

Die Feuerwerker der Berliner Polizei werden im Durchschnitt etwa zwei- bis dreimal pro Tag zu Funden von Munition oder Bomben gerufen. Pro Jahr werden nach Angaben des Berliner Senats in der Stadt 50 bis 55 Tonnen Kriegsmunition gefunden – Patronen, Werfergranaten oder größere Sprengkörper. Auf dem Sprengplatz Grunewald, der zur Kriminaltechnik des Berliner Landeskriminalamtes gehört, wird die Munition regelmäßig durch kontrollierte Sprengungen vernichtet.

Fast 80 Jahre nach Kriegsende liegen nach Schätzung des Senats im Berliner Boden  noch mehr als 4500 Bombenblindgänger. Im Zweiten Weltkrieg warfen Amerikaner, Briten und Russen nach Einschätzung von Historikern mehr als 45.000 Tonnen Sprengstoff auf die Stadt.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner